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Boris Becker: "Ich fühle mich in meiner Rolle sehr wohl"

Boris Becker: "Ich fühle mich in meiner Rolle sehr wohl"

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 „Grundsätzlich sollten wir das Potenzial des deutschen Sports nicht unterschätzen“, erklärte Boris Becker, Head of Men´s Tennis, im Rahmen einer Pressekonferenz im Vorfeld des Verbandstages des Westfälischen Tennis-Verbandes e.V. in Kamen. Becker spielte damit unter anderem auf die hervorragende Bilanz des deutschen Teams bei den Olympischen Spielen in Südkorea und natürlich auf das deutsche Tennis an. Denn im deutschen Tennis läuft es so rund wie lange nicht mehr und daran haben die im vergangenen Herbst vom Deutschen Tennis Bundinstallierten Head of Women´s Tennis, Barbara Rittner, und Head of Men´s Tennis, Boris Becker, einen großen Anteil.


Boris Becker und Barbara Rittner Foto: WTV/Lana Rossdeutscher

Bei den Damen gibt es mit Angelique Kerber und Julie Görges gleich zwei Top Ten-Spielerinnen, bei den Herren mit Alexander Zverev sogar einen Top 5-Spieler. Das Fed Cup Team spielt im April zuhause im Halbfinale gegen Tschechien, das Davis Cup Team muss zum Viertelfinale im spanischen Valencia antreten. „Im Moment läuft es sehr gut für uns“, fasst Barbara Rittner zusammen, „das kann sich allerdings auch schnell wieder ändern.“ Am Ende würden Kleinigkeiten über Sieg und Niederlage entscheiden, so wie bei der Erstrundenpartei der deutschen Damen gegen Weißrussland. Dort gewannen die deutschen als Außenseiter mit 3:2 und fordern nun den Seriensieger der vergangenen Jahre, Tschechien, heraus. Dann kann Rittner personell wieder aus dem Vollen schöpfen, Angelique Kerber habe vor geraumer Zeit bereits eine Zusage für das Spiel gegeben, hob Rittner während der Pressekonferenz noch einmal hervor.

Bei den Herren haben Teamchef Michael Kohlmann und Boris Becker ebenfalls die Qual der Wahl. „Wir haben zehn Spieler in der engeren Auswahl, die alle spielen wollen“, erklärt Boris Becker, der in der vergangenen Woche beim ATP-Turnier im niederländischen Rotterdam unter anderem Gespräche mit Alexander Zverev, Jan-Lennard Struff und Philipp Kohlschreiber geführt hat. Nachdem in der vergangenen Woche ebenfalls bekannt wurde, dass Alexander Zverev und sein Coach Juan-Carlos Ferrero ihre Zusammenarbeit beendet haben, kursierten Gerüchte, Becker könnte womöglich Ferreros Nachfolger werden. Daraufhin Becker: „Ich kann nachvollziehen, warum diese Gerüchte auftauchen. Ich bin seit Langem mit der Familie Zverev befreundet und wusste daher frühzeitig von der Trainersituation. Aber derzeit bin ich Head of Men`s Tennis im Deutschen Tennis Bund und fühle mich in dieser Rolle sehr wohl.“


Pressekonferenz mit (v.l.) DTB-Sportdirektor Klaus Eberhard, Boris Becker, Barbara Rittner, WTV-Präsident Robert Hampe und WTV-Pressereferent Frank Hofen Bild: WTV/Lana Rossdeutscher

DTB-Sportdirektor Klaus Eberhard erklärte, dass der Deutsche Tennis Bund mittlerweile von anderen Sportverbänden um seine neuen Strukturen beneidet würde. „Wir gelten mittlerweile als Vorzeigeverband.“ Zu den neuen Strukturen gehört auch die Einrichtung der Bundesstützpunkte, zu denen Kamen seit dem vergangenen Jahr neben Stuttgart, Oberhaching und Hannover auch gehört. Am frühen Morgen machte sich Boris Becker unter der Führung von WTV-Präsident Robert Hampe ein Bild vom Landesleistungszentrum in Kamen. Ihm gefiel vor allem der neue Hallenboden – vor einem Jahr wurden alle vier Plätze mit einem Rebound Ace-Belag ausgestattet – und das WTV-Jugend- und Gästehaus: „Hier sind die Spieler gut aufgehoben und können sich verbessern.“

Der letzte Auftritt Beckers in Kamen liegt übrigens schon etwas länger zurück, 1981 spielte er als Jugendlicher bei der „Copa del Sol“ mit. Klaus Eberhard und Barbara Rittner waren dagegen schon häufig im Landesleistungs-Zentrum in Kamen zu Gast, Rittner zuletzt zwischen Weihnachten und Neujahr im Rahmen eines DTB-Sichtungslehrgang. „Diese Jugend-Lehrgänge will ich in Zukunft noch intensivieren“, erklärte die Head of Women`s Tennis. In diesen Lehrgängen trainieren junge Nachwuchsspieler unter Profibedingungen und sollen so an den Profisport herangeführt werden. Auch Becker unterstrich, wie wichtig es sei, sich frühzeitig professionell mit dem Sport auseinanderzusetzen. Der Westfälische Tennis-Verband ist in diesem Bereich sehr aktiv, hat hier beispielsweise die WTV tennis10s-Serie, eine Turnierserie für Nachwuchsspieler bis zu zehn Jahren, aufgebaut. „Prominente Köpfe wie Barbara Rittner und Boris Becker sind auch für unsere Jugend immens wichtig. Denn sie schauen zu ihnen auf und haben den Ehrgeiz ihnen nachzueifern“, sagte WTV-Präsident Robert Hampe abschließend.

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