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Barbara Rittner im Kurzinterview

Barbara Rittner im Kurzinterview

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Interview Barbara Rittner

Head of Womens Tennis und DTB-Bundestrainerin Barbara Rittner ist mittlerweile Stammgast beim Westfälischen Tennis-Verband in Kamen. In erster Linie soll sie im Bundesstützpunkt die größten weiblichen Talente fit für eine mögliche Profikarriere machen. Für uns ergab sich zuletzt die Gelegenheit sie zum Kurzinterview zu treffen, in dem Rittner das Jahr 2019 Revue passieren lässt und einen Ausblick auf 2020 wagt.

Nach nun einigen Aufenthalten hier in Kamen: Wie beurteilst du die Bedingungen am erst seit 2018 firmierenden Bundesstützpunkt?

Laut Bundestrainer Dirk Dier haben wir in diesem Jahr circa zehn Lehrgänge hier absolviert. Ich für mich muss sagen, dass ich mich hier superwohl fühle. Wir haben hier beste Voraussetzungen und tolle Absprachen mit dem Trainerteam, wenn es beispielsweise mal eng wird mit den Plätzen. Die Kinder können hier im Gästehaus übernachten und die Verpflegung ist gut. Das ist ähnlich gut wie in Stuttgart. Mit Dinah Pfizenmaier betreut eine WTV-Verbandstrainerin außerdem die U12 und U14-Mädchen in Kamen als Bundestrainerin. Athletiktrainer Nico Erlemann macht eine hervorragende Arbeit. Ab und zu kommt punktuell Mike Diehl als DTB-Konditionstrainer hinzu. Da arbeiten wir Hand in Hand und das macht riesig Spaß. Für mich persönlich ist schön, dass Kamen nah an meinem Wohnort Köln liegt.

Wenn du jetzt an das bald endende Tennisjahr 2019 denkst: Was kommt dir als erstes in den Sinn?

In Sachen Fed Cup haben wir das Soll erfüllt – einmal gewonnen (3:1 gegen Lettland) einmal verloren (0:4 gegen Weißrussland). Für die Top-Spielerinnen im Einzel war es ein gemischtes Jahr. Angie Kerber ist sicherlich hinter ihren eigenen Erwartungen zurückgeblieben. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass sie sich wieder fängt. Jule Görges hatte hier und da ein Highlight mit einem Turniersieg (im Januar in Auckland, Anm. d. Red.) und dem knappen Achtelfinal-Aus bei den US Open.

Bei den jüngeren Spielerinnen haben wir eine ganz gute Entwicklung gehabt. Eine Katharina Gerlach hat sich für mich deutlich positiv entwickelt, genau wie eine Jule Niemeier, die leider immer noch hier und da mit Verletzungen zu kämpfen hat. Von beiden habe ich gutes Tennis gesehen und wir haben vor allem tolle Erfolge feiern können im U16 und U18-Bereich. Die Gruppe um Bundestrainerin Jasmin Wöhr mit Mara Guth, Julia Middendorf, Alexandra Vecic und Angelina Wirges hat da tolle Arbeit geleistet. Diese Spielerinnen sollen bei den Jugend-Grand-Slams im Hauptfeld sein. Das ist unser Ziel.

Es darf natürlich ein Ausblick auf 2020 nicht fehlen.

Bei den Frauen muss man natürlich den „neuen“ Fed Cup und Olympia hervorheben. Ich hoffe, dass sich so viele wie möglich für Tokio 2020 qualifizieren. Und die Generation um Kerber und Görges wird vermutlich nicht mehr allzu oft bei Olympia dabei sein. Im Jugendbereich sind die angesprochenen Grand Slams von Bedeutung, wo wir im Januar in Australien schon vier bis sechs Spieler dabei haben. Wer neuer Fed-Cup-Kapitän wird, steht nach dem Abschied von Jens Gerlach (wird Trainer von Julia Görges, Anm. d. Red.) noch in den Sternen. Es gibt natürlich Überlegungen und Gespräche aber nichts Spruchreifes. Da die Partie in Brasilien schon im Februar stattfindet, wollen wir in dieser Angelegenheit zeitnah zu einer Entscheidung gelangen.

Ist es eigentlich Zufall, dass die Lehrgänge und Sichtungen in Kamen für dich häufig mit besonders spannenden und siegreichen BVB-Heimspielen zusammenfallen?

Ich bin da einfach eine perfekte Planerin. Durch die Spiele im DFB-Pokal (2:1 gegen Mönchengladbach) und in der Champions League (3:2 gegen Inter Mailand) gab es zuletzt schöne Möglichkeiten. Ich enttarne mich da selber als Glücksbringer. Ein Besuch bei der Borussia hat sich jetzt einfach des Öfteren ergeben und war in den Abendstunden jeweils eine schöne Ablenkung.

Eine etwas ausführlichere Version dieses Interviews finden Sie in der kommenden Ausgabe der Westfalen Tennis Ende November.

Die intensive Arbeit mit den jungen Talenten steht für Barbara Rittner in Kamen im Vordergrund.

Fotos: © WTV

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