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1. Nationale Blindentennis-Meisterschaft von Deutschland: Löhner TC als Gastgeber

1. Nationale Blindentennis-Meisterschaft von Deutschland: Löhner TC als Gastgeber

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Vom 14. bis 17. Juni fanden die 1. Nationalen Blindentennis-Meisterschaften von Deutschland beim Löhner TC Ostwestfalen statt. Blindentennis ist ein anerkannter Sport des Deutschen Tennis Bundes (DTB) und beim DTB kümmert sich der an der Deutschen Sporthochschule in Köln studierende Niklas Höfken als Referent um diesen Sport. „Das Turnier in Löhne ist ein absolutes Leuchtturmprojekt“, so der 25-Jährige. Mehr als 30 Tennisspieler/-innen waren in die Werrestadt gekommen und gespielt wurde in drei Kategorien (B1 bis B3), die vom Paralympischen Komitee festgelegt sind. In der B1-Klasse treten diejenigen an, die nichts sehen können und sie tragen zudem beim Tennisspielen noch eine Verdunklungsbrille.


Während die Vorrundenspiele auf der LTC-Anlage im Freien ausgetragen wurden, gingen die Finals in den Tennishallen des Kaiser-Centers vonstatten. „Da ein leichter Wind wehte, haben wir uns für drinnen entschieden“, sagte Marc René Trainer Walter, „denn wenn die Tennisbälle auch noch wegfliegen, dann haben die Spieler überhaupt keine Chance ihn zu treffen.“ Der Tennisball hat rund zehn Zentimeter Durchmesser, ist aus Schaumstoff, und hat im Inneren Eisenkugeln. So dass er beim Aufticken hörbar ist und dem Spieler die Orientierung gibt. Bevor der Aufschläger den Ball spielt, ruft er seinem Gegenüber >Ready< zu, der antwortet – wenn er bereit ist – mit >Yes< und mit einem weiteren Zuruf >Play< eröffnet der Aufschläger das Match. In der B1-Klasse darf der Ball dreimal aufschlagen und die zwei Gewinnsätze gehen bis 4:4 und gegebenenfalls Tiebreak. Im dritten Satz wird der Champions-Tiebreak gespielt.

Aufgeschlagen wird von oben und/oder unten und man ist erstaunt über die Technik der blinden Tennisspieler. „Was diese Sportler physische und psychische leisten müssen, ist für uns als Sehende nicht abzuschätzen“, meinte WTV-Verbandspräsident Norbert Krusch (Sport- und Vereinsentwicklung). So dauerte zum Beispiel das B1-Finale der Herren zwischen dem späteren Sieger und Lokalmatador Bastian Kaller und Michael Wahl (TC Weiden Köln) mehr als neunzig Minuten an. Löhnes Sportdezernentin Beatrix Becker merkte bei der Siegerehrung an: „Ich bedanke mich bei den Teilnehmern für ihr Kommen und beim Löhner TC dafür, dass sie ein so außergewöhnliches Projekt haben umgesetzt. Darauf sind wir als Stadt sehr stolz.“

Neben den Team-Wettbewerben, die aus Einzel- und Doppel-Matches sowie Koordinationsübungen bestanden, gab es sechs Einzel-Wettbewerbe mit folgenden Turniersiegern. Offene Klasse Damen: Melissa Diekmann (Löhner TC). B1 Damen: Bianka Graeming (Blau-Gold Steglitz Berlin). B2 Damen: Katharina Kühnlein (TC Weiden Köln). B3 Damen: Charlotte Schwagmaier (Löhner TC). B1 Herren: Bastian Kaller (Löhner TC). B2 Herren: Erdin Ciplak (BSG Justiz Hamburg).

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