Main menu

Lancaster-Cup: Philipp Scholz gewinnt gegen Marvin Netuschil

Lancaster-Cup: Philipp Scholz gewinnt gegen Marvin Netuschil

Artikelbild: 

Dass Marvin Netuschil gegen Philipp Scholz im Duell um den Turniersieg noch in den Matchtiebreak kam, hatte viel mit Kampfgeist zu tun. Der 23-jährige Tennisprofi, aktuell an Position 27 in der deutschen Herrenrangliste geführt, war als Titelfavorit in Mainz gestartet. Im Turnierverlauf hatte er zuvor keinen Satz abgegeben. Im Endspiel allerdings erwischte Netuschil wie er später selbst sagte nicht seinen besten Tag. Schnell lag er 2:5 hinten, leistete sich viel zu viele leichte Fehler, oft ging schon der Return daneben. Scholz (DTB-51.) musste daher gar nicht alles aus sich herausholen, um die Partie sicher im Griff zu haben. Der 19-Jährige signalisierte aber mit seinem druckvollen Spiel über die messerscharfe Vorhand – ob als glatter Schuss oder mit fiesem Winkel - immer wieder, dass er bereit war. „Bei so einem Turnier entscheidet am Ende die Tagesform. Philipp hat sein Level abgerufen und ich nicht“, gestand Netuschil. „Ich habe das Match alleine über den Kampf offen gehalten.“

Die Finalisten kennen sich aus dem westfälischen Tennisverband gut, trainieren häufig zusammen, sind auf der ITF-Tour im Doppel schon Seite an Seite unterwegs gewesen. In Weisenau war Philipp Scholz von Beginn an der agilere Spieler und schien kurzen Prozess machen zu wollen. Früh ging der junge Herausforderer im zweiten Satz mit Break 3:1 in Führung, weil er Netuschil konstant in die Defensive drückte. Trotzdem gelang dem Mann, der 2012 beim Lancaster Cup schon mal im Halbfinale gestanden hatte, das Rebreak zum 3:3. Nach Doppelfehler Scholz. Nun ging es hin und her. Die Partie war auch deshalb offener, weil Netuschil seltener die gefährliche Vorhand seines Gegners anspielte und Scholz mit der Rückhand mehr Fehler machte. „Das ist bei mir häufiger so“, sagte der 19-Jährige später. „Wenn die Rückhand nicht mehr kommt, funktioniert die Vorhand irgendwann auch nicht mehr. So habe ich den zweiten Satz verloren.“ Beim Break zum 4:6 aus seiner Sicht war es so weit.

Doch im Matchtiebreak hatte der Deutsche U18-Hallenmeister von 2013 dann plötzlich wieder schnell die Vorteile auf seiner Seite. Weil bei Netuschil die Fehlerquote wieder hoch ging. Bis zum 6:5 für Scholz war der für die beiden Tour-Spieler ungewohnte Matchtiebreak offen, dann setzte Scholz wieder zu ein, zwei Vorhandschüssen an, Netuschil machte die Fehler –mit 10:5 hielt Scholz, der sich im Halbfinale per 3:6, 6:2, 12:10 gegen den an Drei gesetzten Michel Dornbusch (Oldenburger TeV, DTB-54) weiter gezittert hatte, bei seiner zweiten Lancaster-Cup-Teilnahme in Mainz seinen ersten Sieg fest. „Ich wollte hier auf jeden Fall ins Halbfinale kommen, wusste aber, dass es gegen Michel und Marvin schwer wird“, so Scholz. „Vielleicht habe ich es heute einen Tick mehr gewollt.“
(Text: TVRP)

Die Besten beim Lancaster-Cup 2014: v.l. Marvin Netuschil und Turniersieger Philipp Scholz
Foto: Hermann Recknagel

Kategorie: 

 © 2019 WTV - der innovative Tennis-Verband