Main menu

Deutscher Vize-Meister Daniel Masur über seinen Lauf in Biberach, sein erfolgreiches Jahr 2014 und seine Ziele

Deutscher Vize-Meister Daniel Masur über seinen Lauf in Biberach, sein erfolgreiches Jahr 2014 und seine Ziele

Artikelbild: 

Am Ende war Deutsche Vize-Meister Daniel Masur nach dem Abschluss der Deutschen Meisterschaften in Biberach doch ein kleines bisschen enttäuscht, auch wenn er den großen Pokal auch nicht hätte mitnehmen dürfen: "Aber wenn man dann im Finale steht, möchte man auch gewinnen", erklärte der 20-Jährige bei einem Pressetermin in seinem Tennisclub, dem Tennispark Versmold. Seine Möglichkeiten hatte der Kamener auch im Finale, schließlich hatte er im ersten Satz mit 5:3 und im zweiten Satz mit 3:0 geführt, aber dann ließ ihn sein Aufschlag ein wenig im Stich und Andreas Beck, Nummer 116 der Welt, konnte in diesen Momenten seine ganze Erfahrung ausspielen. "Gegen solche Spieler von Becks Kaliber spielt man eben auch nicht jeden Tag", erklärte Masur. Am meisten habe er sich über Becks Reaktion nach dem Match gefreut: "Weiter so, Junge. Das war ein Wahnsinns-Match", habe er ihm mit auf den Weg gegeben. Und seinem Trainer habe Beck sogar gesagt, dass er selbst mit einer Niederlage hätte leben können, da Masur so gut drauf gewesen sei.

Masur als Mitglied des DTB-B-Kaders stärker im Fokus

"Für mich ist es wichtig, dass ich jetzt mehrere Matches auf so einem Niveau bekomme", erklärt Masur. Er habe gesehen, dass er sich dann relativ schnell an ein Niveau anpassen kann. Allein in den vergangenen Monaten hat er rund 520 Plätze in der ATP-Weltrangliste gut gemacht und in der Regel gegen Spieler aus den ersten 500 der Welt gespielt, nun ist er selbst unter die Top 500 vorgestoßen und bekommt es immer häufiger mit Spielern unter den ersten 250 zu tun. Auch gegen die konnte er bereits erste Siege einfahren, unter anderem bei seinen drei Siegen auf der ITF Tour in diesem Jahr. Lohn dafür war unter anderem die Nominierung für den B-Kader des Deutschen Tennis Bundes, das heißt er wird nun auch finanziell stärker vom DTB unterstützt, bekommt auch personelle Unterstützung bei den Turnierreisen und obendrein hat er die Möglichkeit, regelmäßig mit guten Spielern zu trainieren - wie mit Peter Gojowcyk oder Tim Pütz im Vorfeld der DM in Biberach. Dort und bei Andi Beck hat er auch gesehen, was ihn (noch) von diesen Spitzenspielern unterscheidet: "Beim Tempo der Schläge kann ich mittlerweile gut mithalten, aber die Konstanz ist auf diesem Niveau einfach viel größer. Die machen zehn Fehler weniger und gewinnen damit 70 Prozent mehr Matches", fasst Masur zusammen.


So wie (v.l.) Michel, Ben, Noah, Luisa, Gustav und Lilli im Tennispark Versmold hat Daniel Masur (hinten) auch einmal angefangen. Dementsprechend viel Spaß hatten sowohl die Kinder als auch der Deutsche Vize-Meister beim Fototermin.

Spielerische Verbesserung steht an erster Stelle

Auch wenn er hin und wieder auf die Rangliste schielt - Ende 2015 peilt er die ersten 300 an - noch wichtiger ist es ihm, sich spielerisch zu verbessern. Vor allem am Fleiß mangelt es ihm nicht. An seinem einzigen freien Tag in dieser Woche erscheint er super pünktlich zum Pressetermin, an den anderen Tagen geht es für ihn dann zusammen mit den anderen Spielern des B-Kaders zur Ruhr-Universität nach Bochum, um dort im Institut für Sportwissenschaft Fitness und Tests zu machen. Ab Freitag stehen für ihn die Westfalenmeisterschaften als letztes Turnier in diesem Jahr an. Die Feiertage und Neujahr werden etwas ruhiger, aber auch dort wird er sich fit halten, bevor im Januar bereits die Vorbereitung startet. Ende Januar stehen wieder die ersten Turniere auf dem Plan, und zwar draußen in Tunesien oder in der Türkei, da sich Daniel Masur eigentlich unter freiem Himmel am wohlsten fühlt. Eigentlich - aber, dass er auch in der Halle gut abliefern kann, hat er ja in Biberach just bewiesen.

Dank an die Sponsoren

In 2015 wird er neben den Future-Turnieren, wo er 2014 ja sehr erfolgreich unterwegs war, immer häufiger Challenger-Turniere einstreuen, weil sich diese finanziell und auch von den Punkten her viel mehr lohnen. Solche Turnierreisen wie die drei Wochen in Kuwait, wo er vor der DM noch gespielt hat, sind nur durch zahlreiche Unterstützer wie Reinert oder Dunlop möglich: "Sie erlauben es mir, dass ich mir auf dem Platz keine Gedanken darüber machen muss, ob ich den Rückflug bezahlen kann, oder doch drei Jahre in Kuwait leben muss", sprach Masur seinen Sponsoren noch einmal einen großen Dank aus. Solche Reisen wie nach Kuwait, wo er drei Wochen ganz alleine auf sich gestellt gewesen sei, hätten ihn generell noch dankbarer und auch demütiger gemacht. Obwohl das Leben auf der Tour gerade am Anfang nicht immer ein Zuckerschlecken ist, da man selbst bei Erfolgen mit Plusminusnull nach Hause fliegt, weiß Daniel Masur aber auch das zu schätzen, was er hat. "Wer hat schon als 20-Jähriger die Möglichkeit, die ganze Welt zu bereisen und so viele interessante Leute kennen zu lernen?"

Und natürlich, weiß er auch, was er an seinem Vize-Titel hat: "Hätte man mir den vor dem Turnier angeboten, hätte ich das sicher unterschrieben." Und die vielen Schulterklopfer der Funktionäre, die neuen Fans auf Facebook und die zahlreichen Glückwünsche von Familie, Freunden und Trainern trösten sicher schnell über die erste kleine Enttäuschung hinweg.

Kategorie: 

 © 2019 WTV - der innovative Tennis-Verband