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Blau-Weiss Halle: Mit Australian Open-Finalist 2006 Marcos Baghdatis gelingt eine spektakuläre Verpflichtung

Blau-Weiss Halle: Mit Australian Open-Finalist 2006 Marcos Baghdatis gelingt eine spektakuläre Verpflichtung

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Bis zum Start der 1. Tennis-Bundesliga der Herren sind es noch knapp fünf Monate, doch beim zweifachen Deutschen Mannschaftsmeister Blau-Weiss Halle steht heute schon alles. „Bereits nach der unglücklichen Finalniederlage in Aachen war ich der Meinung, dass wir vom Spieleraufgebot her nicht viel ändern brauchen“, so Halles Teamchef Thorsten Liebich, „und tatsächlich ist dies so. Wir haben unseren spielstarken Kader halten können. Alle unsere Spieler haben sich enorm verbessern können, was anhand der jüngsten Ergebnisse und den Platzierungen in der Weltrangliste abzulesen ist.“

Dass das so ist, dafür stehen Namen wie der Spanier Marcell Granollers. Der 26-jährige Katalane führt das GERRY WEBER-Team an, gewann im November 2012 die Doppelweltmeisterschaft in London und ist aktuell die Nummer fünf der Doppelweltrangliste. Oder Robin Haase. Für den ist der jüngste Coup erst zwei Wochen alt, denn der  25-jährige Niederländer stand bei den diesjährigen Australian Open im Doppelfinale. Erwähnenswert ist auch die Tatsache, dass am vergangenen Samstag im Doppel der Davis Cup-Begegnung zwischen Argentinien und Deutschland in Buenos Aires die Haller Bundesliga-Akteure Horacio Zeballos und Christopher Kas spielten. Der mit einem deutschen Pass ausgestattete Zeballos war mit seinem Landsmann David Nalbandian maßgeblich an der Viersatzniederlage des deutschen Duos Kas/Kamke beteiligt und stürzte die Deutschen in die Abstiegsrunde.

Eine positive Aufwärtsbewegung ist beim deutschen Tennisprofi Jan-Lennard Struff festzustellen, da seine spielerische Weiterentwicklung längst noch nicht zu Ende ist. Innerhalb von etwas mehr als drei Jahren hat sich der heute 22-jährige zweifache Deutsche Meister auf der Weltrangliste von Rang 1828 bis auf die aktuelle Position 133 vorgespielt. Diese Verbesserung gelang Struff auch, weil er schon einigen Top 50-Profis eine Niederlage beibringen konnte. So ist der Sprung unter die besten hundert der Welt für den gebürtigen Sauerländer das nächste greifbare Ziel. Und da Struff auf Grund einer notwendigen Verletzungspause im vergangenen ersten Halbjahr keine Weltranglistenpunkte zu verteidigen hat, kann dieses Vorhaben in den nächsten vier Monaten realisiert werden.

Marcos Baghdatis (ATP 36) für drei Spiele verpflichtet
Diese beispielhaft aufgezeigten Leistungssteigerungen und Erfolge geraten ein wenig in den Hintergrund, angesichts der spektakulären Neuverpflichtung von Marcos Baghdatis (ATP 36) für die am 30. Juni startende Bundesliga-Saison. In die sportlichen Schlagzeilen geriet der Zyprer im Jahr 2006, als er sich im Finale der Australian Open mit dem Schweizer Roger Federer eine sehenswerte Partie lieferte und sich knapp in vier Sätzen dem "Maestro" geschlagen geben musste. Der Lohn für den Einzug in das Grand Slam-Finale war damals die Weltranglistenposition acht. Im Übrigen stand Baghdatis ein Jahr später erstmals im Finale der GERRY WEBER OPEN, doch auch hier trug mit dem Tschechen Tomas Berdych ein anderer den Sieg davon. Seit dem hat sich für Zyperns Volkshelden sportlich und privat viel verändert, so wird der 27-jährige
Tennisprofi in diesem Jahr in der Bundesliga debütieren. „Er hat uns bis zu drei Spiele zugesagt, wobei ich mich dabei auf unsere Heimspiele fokussiere“, so Liebich, der sich über diesen Coup sichtlich freut: „Mit Marcos haben wir einen Spieler, der beim Publikum ankommt und auf Grund seiner unkomplizierten Art eine persönliche Bereicherung für die Liga sein wird.“

Dass die Bundesliga für ihn nun passend ist, hat zum einen damit zu tun, dass er Vater geworden ist und zum anderen hat ihn sein jetziger Teamkollege Jarkko Nieminen dafür begeistern können. „Er hat mit Jarkko zwei Doppel zusammengespielt“, so Liebich, „und dabei ist man auch auf Halle zu sprechen gekommen. Und mir gegenüber hat Marcos gesagt, dass er heute eine andere Turnierplanung hat, was auf die Geburt seiner Tochter zurück zuführen ist.“ Verheiratet ist Baghdatis mit der 28-jährigen Kroatin Karolina Sprem, die als Profi auf der WTA-Tour war und den 17. Platz in der Weltrangliste gehabt hat. Zahlreiche Verletzungen zwangen sie Anfang des Jahres 2011 zur Aufgabe ihrer Tenniskarriere.

Ebenfalls neu im blau-weissen Aufgebot ist der Spanier David Marrero (zuletzt Wacker Burghausen). Der aus Las Palmas stammende Linkshänder hat derzeit das Doppel-
Weltranglisten-Ranking 20 inne und ist vor allem als exzellenter Doppelspieler bekannt. Wenn man bedenkt, dass die Deutsche Meisterschaft bei Kurhaus Lambertz Aachen im letzten Doppel verloren ging, kann diese Verpflichtung von Teamchef Liebich sehr wertvoll sein. Nicht mehr dabei sind der Italiener Alessandro Giannessi, gewechselt zum Ligakonkurrenten Blau-Weiß Krefeld, der Slowake Martin Klizan (ATP 33) und Pere Riba. Der Spanier kam allerdings in der letzten Saison nicht zum Einsatz, denn seit April 2012 fiel er verletzungsbedingt aus und will nun erst einmal ein Comeback versuchen. Für Klizan ist die Liga derzeit kein Thema, denn der 23-Jährige will sich zunächst nur auf seine Tour- Karriere konzentrieren. „Nach meiner Einschätzung haben wir das Potenzial, wieder oben mitzuspielen“, sagt Liebich, der eine weitere Prognose abgibt: „Für mich ist Aachen wieder der Favorit auf den Titelgewinn.“

Für den ostwestfälischen Tennis-Bundesligisten Blau-Weiss Halle werden in der Saison 2013 spielen: 1. Marcel Granollers (ATP 34/Spanien); 2. Marcos Baghdatis (ATP
36/Zypern); 3. Albert Ramos (ATP 50/Spanien); 4. Robin Haase ATP 58/Niederlande), 5. Daniel Gimeno-Traver (ATP 64/Spanien); 6. Jarkko Nieminen (ATP 67/Finnland); 7. Horacio Zeballos (ATP 73/Deutschland); 8. Simone Bolelli (ATP 79/Italien); 9. Ruben Ramirez Hidalgo (ATP 91/Spanien); 10. Jan-Lennard Struff (ATP 133/Deutschland); 11. Christopher Kas (ATP-Doppel 68/Deutschland); 12. David Marrero (ATP-Doppel 20/Spanien), 13. Johannes Kolowrat (Deutschland) und 14. Laurenz Pawlowski (Deutschland).

Der spektakulärste Neuzugang beim Tennis-Bundesligisten Blau-Weiss Halle: Australian Open-Finalist 2006 Marcos Baghdatis. © Blau-Weiss Halle
 

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