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Außerordentlicher Verbandstag beschlossen

Außerordentlicher Verbandstag beschlossen

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So war es dann auch am Samstag im Landesleistungszentrum des Verbandes in Kamen, als der Tagesordnungspunkt 9 >Genehmigung des Haushaltes 2012< von Rolf Hüttermann (Bielefeld) aufgerufen wurde. Der Vizepräsident für Finanzen machte deutlich, dass die letzte Beitragserhöhung schon über zwei Jahrzehnte zurückliege und in dieser Zeit der WTV sorgsam mit den Geldern der Mitglieder umgegangen sei. Denn in dieser Zeit seien die Leistungsanforderungen an den Verband stetig gestiegen, die Mitgliederzahlen kontinuierlich zurückgegangen und zudem sind alleine die Lebenshaltungskosten um rund 58 Prozent gestiegen.

 „Anhand dieser Fakten können Sie erkennen“, so Hüttermann, „wie verantwortungsvoll das Präsidium seine Aufgaben wahrnimmt. Dass wir nicht nach mehr Geld verlangt haben, zeigt auf, wie kostenbewusst die Dinge bei uns angegangen werden.“ Diese Ausführungen von Rolf Hüttermann zeigten letztlich auf, dass dem WTV für 2012, bei knapp 450.000 Euro Rücklagen, eine Summe von rund 200.000 Euro fehlt. Zur Deckung dieser Etatlücke schlug Hüttermann vor, künftig alle LK-Spieler mit einer Gebühr von 5 Euro zur Kasse zu bitten, die im Sommer 2012 auf einer namentlichen Meldung einer Erwachsenen-Mannschaft geführt werden. Dieser Ansatz fand kein Gefallen bei den Vereinsvertretern, wobei sich das Präsidium vor allem der Kritik der fehlenden Information über die entsprechenden Gremien ausgesetzt sah. Grundsätzlich ließen die Kritiker aber erkennen, „dass man den Verband nicht im Regen stehen lassen wolle.“ Rolf Hüttermann wollte dies nicht so stehen lassen, denn schließlich gehören die vier Bezirksvorsitzenden dem Präsidium an und auch der Haushaltsausschuss ist mit Vertretern aus den Bezirken besetzt.

Die von großer Sachlichkeit getragene Diskussion fand dann nach Austausch aller Argumente einen Kompromiss, der einstimmig verabschiedetet wurde: „Es wird in den nächsten sechs Monaten ein außerordentlicher Verbandstag einberufen, der sich mit alternativen Finanzierungsmöglichkeiten und einer möglichen Beitragserhöhung für 2013 befassen soll.“ Zudem fand auch der knapp 2 Millionen Euro umfassende Etatvorschlag seine einstimmige Zustimmung. In diesem Zusammenhang wurde auch noch die anstehende Dachsanierung diskutiert, wobei die angedachte Photovoltaikanlage aufgrund der gekürzten Solarförderung seitens des Bundes nicht in Frage kommt. „Wir haben aber Möglichkeiten der Bezuschussung aufgetan“, so Hüttermann, und per Beschluss (bei 12 Enthaltungen) wurde das Präsidium aufgefordert, hier eine Lösung anzugehen.

Als dies ausdiskutiert war, ging alles recht zügig weiter. Als dann der 81-jährige Grandseigneur des deutschen Tennissports, Franz Feldbausch, als Tagungsleiter die Arbeit von Robert Hampe und seinem Präsidium lobte, gab es langanhaltenden Beifall. So gab es dann auch bei den anschließenden Präsidiumswahlen keine Überraschungen. Ein neues Aussehen hat dieses Führungsgremium für die nächsten drei Jahre schon. Zum einen ist Ernst Sasse (Schöppingen) als Vizepräsident für den Breitensport nach 11-jähriger Zugehörigkeit ausgeschieden und es wurde eine neue Funktion als Sportkoordinator geschaffen.

Vizepräsident Ernst Sasse verabschiedet
Verabschiedet wurde Vizepräsident Ernst Sasse, der in Westfalen die Street-Tennis-Tour entwickelt und in seiner Amtszeit diese in 44 Städte gebracht hat und dabei rund 43.000 Kinder auf die Straße geholt hat, mit der Verleihung des Westfälischen Ehrentellers. Der wurde bisher erst dreimal an Tennispersönlichkeiten wie Alfred Feidicker (Dorsten) oder Ingrid Witta-Menke (Hagen) verliehen. Robert Hampe nahm die Würdigung seines Schaffens vor und Sasse selber bedankte sich mit emotionalen Worten bei alldenjenigen, die ihm zur Seite standen. Zu seinem Nachfolger wurde der 60-jährige Norbert Krusch (Bielefeld) gewählt, der diese Funktion bereits seit Jahren im Bezirksvorstand Ostwestfalen-Lippe inne hatte, im WTV dieses Ressort nun aber im Verband um die Aufgabenstellung >Sportentwicklung< erweitert wurde.
 
Neues Präsidium für drei Jahre gewählt
Das Amt des neugeschaffenen Vizepräsidenten Sportkoordination, der künftig die Schnittstelle in den Bereichen Sport, Jugend und Breitensport sein soll, hat der 48-jährige Lutz Rethfeld (THC Münster) inne. Der Polizeibeamte gehört dem Vereinsvorstand und der IG Tennis in Münster an, ist Turnierleiter und für die Tennisausbildung bei der Polizei zuständig. Zudem ist er Westfalenmeister und nationaler Meister in all den Jahren in den verschiedenen Altersklassen geworden. Das Präsidium wurde zudem in die folgenden Positionen wieder gewählt: Verbandspräsident Robert Hampe (Hamm), der seit 2001 den WTV führt, Vizepräsident Elmar Schlüter (Salzkotten), Vizepräsident Finanzen Rolf Hüttermann (Bielefeld), Vizepräsident Sport Arnd Grotjohann (Soest) und als Vizepräsidentin Jugendsport wurde Gerti Straub (Oer-Erkenschwick) bestätigt.

Eröffnet wurde dieser, alleine schon auf Grund seiner Location und der integralen Darstellung im Rahmen einer Messeausstellung, außergewöhnliche Verbandstag traditionell mit der Rede des Präsidenten. Der 62-jährige Präsident ging in seiner 18-minütigen Rede auf die gesamte Palette des deutschen Tennissports ein. Er kritisierte noch einmal recht deutlich die nicht akzeptable Vorgehensweise des inzwischen abgetretenen Ex-DTB-Präsidenten Dr. von Waldenfels.

Dabei bedauerte Hampe den miesen Stil der teilweise unter die Gürtellinie gehenden medialen Berichterstattung. Des Weiteren wies er auch auf das noch ausstehende Urteil im ATP-Prozess hin, der, sollte er gegen den DTB ausgehen, existenzgefährdend sei und ging auf das unrentable Rothenbaum-Stadion ein, was alljährlich viel Geld koste.

Bezogen auf den eigenen Verband fand er viel Positives. So ist man hinter Bayern und Württemberg der drittgrößte nationale Tennisverband, doch der Mitgliederschwund von 1,6 Prozent habe ihn erschrocken. „Hier liegt etwas im Argen“, so Hampe „denn wir bieten in Seminaren und Workshops unser Knowhow erfolgreicher Vereinsarbeit an.“ Neu ist beim WTV auch das Betätigungsfeld >WTV bewegt Kinder< und dafür gibt es in der Geschäftsstelle eine Ansprechperson, denn die Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten soll intensiviert werden. Wenn wir die Jüngsten wieder für unseren Sport begeistern können, dann werden wir zukünftig auch wieder steigende Mitgliederzahlen aufzuweisen haben.“

 

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