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82. Westfälische Tennis-Meisterschaften: Vorjahressiegerin Yana Morderger triumphiert erneut, Netuschil siegt im fünften Anlauf

82. Westfälische Tennis-Meisterschaften: Vorjahressiegerin Yana Morderger triumphiert erneut, Netuschil siegt im fünften Anlauf

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Nicht nur bei den French Open im Stade Roland Garros wurde am Sonntag tolles Tennis gespielt, sondern auch auf der idyllischen Anlage des TC Buer Schwarz-Weiß-Grün. Denn bei den 82. Westfälischen Tennismeisterschaften der Damen/Herren/Herren 30 sowie der Senioren und Seniorinnen standen die kompletten Finalspiele, und zwar in 17 Altersklassen (Rekord!) auf dem Programm. Bei den Damen und Herren hatten jeweils die Favoriten das Endspiel und am Ende siegte mit Yana Morderger (TC Kamen-Methler) die Titelverteidigerin, zudem gelang Marvin Netuschil (TC Iserlohn) nach insgesamt fünf Finalteilnahmen zum ersten Mal der Sprung ganz oben aufs Treppchen. Bei den Herren 30 löste WTV-Verbandstrainer Janosch Blaha (Feldmark Dorsten) Seriensieger Mariusz Zielinski (TC Parkhaus Wanne-Eickel) ab und holte sich wie Netuschil seinen ersten Westfalenmeister-Titel. Zielinski war diesmal nicht am Start gewesen. Seit langer Zeit war auch einmal wieder ein Damen 30-Feld zustandegekommen, aus dem Yana Mordergers Mannschaftskollegin Mareike Müller als Siegerin hervorging. Insgesamt hatten 299 Spieler für die Westfalenmeisterschaften gemeldet, die am Sonntagnachmittag um 15.17 Uhr mit dem "Come on" und dem Ballen der Fäuste von Netuschil ihren Abschluss fanden. Besser hätte die Turnierleitung um Oberschiedsrichter Dietrich Fietkau, Desiree Leupold und Corina Scholten den Zeitplan für den Finaltag nicht timen können. Denn das Herren-Finale war der perfekte Abschluss für eine perfekte Turnierwoche.


Alle Sieger und Platzierten der 82. Westfälischen Tennismeisterschaften beim TC Buer

Dabei hatte die Messlatte nach den drei Meisterschaften beim TC Unna 02 Grün-Weiß in den vergangenen Jahren hoch gelegen, aber der TC Buer meisterte die Premiere mit Bravour, alle Spieler lobten die Anlage und auch WTV-Präsident Robert Hampe hatte nur Komplimente für die Gelsenkirchener übrig, die Hermann Maas, 1. Vorsitzender des Vereins gerne zurückgab. Kein Wunder, dass sich Hampe und Maas bereits jetzt so gut wie einig sind, dass auch die 83. Auflage der Westfälischen Tennismeisterschaften im kommenden Sommer wieder beim TC Buer stattfinde. Hampe sagte: "Ich kann das zwar nur in Rücksprache mit meinen Kollegen entscheiden, bin mir aber zu 99,9 Prozent sicher. Was der Club hier geleistet hat, hat auf jeden Fall das Niveau eines Challengerturniers." Maas hatte zuvor schon geäußert, dass sein Verein sich nach den positiven Erfahrungen in diesem Jahr auch für die kommenden beiden Jahr für das Turnier bewerben wolle. Die Spieler wird es freuen: Daniel Masur, Finalist bei den Herren, gab zu Protokoll, dass er noch keine schönere Anlage gesehen hätte - er muss es wissen, schließlich hat er als Tennisprofi schon auf Tennisplätzen auf der ganzen Welt gespielt. Besonders angetan hatte ihm der Center Court, der Court M, den man von der gesamten Anlage überblicken kann. Als Topgesetzter hatte er jedes seiner Spiele dort absolviert und den Platz als Sieger verlassen - außer am Finaltag, da machte ihm Marvin Netuschil den Court M zu seinem Court. Im "Traumfinale" zwischen Daniel Masur (Tennispark Versmold) und Marvin Netuschil (TC Iserlohn), der Nummer eins und zwei der Setzliste, hatte Netuschil den besseren Tag erwischt, während Masur ein wenig unter muskulären Problemen litt. Der Iserlohner holte sich in beiden Sätzen ein frühes Break, im zweiten schaffte es Masur aber noch einmal zurückzukommen und Netuschil in den Tiebreak zu zwingen. Schließlich kennen sich die beiden bestens, trainieren regelmäßig zusammen und haben schon oft gegeneinander gespielt: Bereits im vergangenen Winter bei den Westfälischen Hallen-Meisterschaften in Werne hatte es diese Konstellation im Endspiel gegeben, dort gewann der Deutsche Vize-Meister Masur im Tiebreak des dritten Satzes. Doch diesmal hatte Netuschil das Momentum für sich und ließ sich auch nicht davon beunruhigen, als Masur noch einmal kurz zurückkam: "Ich habe mich die ganze Zeit gut gefühlt", meinte der Sieger später, der am Ende mit 6:4, 7:6 die Nase vorn hatte. Es war sein fünftes Finale bei Westfälischen Meisterschaften gewesen, nun stand er endlich einmal ganz oben auf dem Treppchen: "Das ist für mich natürlich eine Genugtuung. Ich werde gleich noch mit meinem Bruder feiern, der wird heute 19 Jahre alt", meinte der Regionalliga-Spieler im Anschluss hoch erfreut. Netuschil hatte auch zuvor in seinen drei Partien keinen Satz abgegebe, während sich Masur vor allem in seinem Halbfinale gegen den Youngster Valentin Günther (Bielefelder TTC) beim 6:3, 3:6, 7:6 ganz schön strecken musste. Somit konnte Netuschil Kräfte sparen, diese Frische war ihm im Endspiel auch anzumerken.

Wie das Herren-Finale war auch das Damen-Finale zwischen Yana Morderger (TC Kamen-Methler) und Julia Wachaczyk (TC Union Münster) auf dem Court M angesetzt gewesen. Yana Morderger war als Titelverteidigerin in das Turnier gegangen und hatte ihre Favoritenrolle im gesamten Turnierverlauf auch bestätigt. Auf dem Weg zum Titel gab sie keinen Satz ab - auch nicht im Endspiel gegen Wachaczyk, die sie mit 6:2, 6:2 in die Schranken weisen konnte. Dabei war Wachaczyk eigentlich in guter Form, hatte vor allem in den Punktspielen für den TC Union in der Zweiten Liga aufgetrumpft, die Bielefelderin fand aber im gesamten Match keinen Weg gegen die druckvollen Grundschläge - insbesondere der beidhändigen Rückhand - Mordergers. Die Bielefelderin hatte sich in der Vorschlussrunde mit 6:4, 6:3 gegen Maren Sundermeier (Bielefelder TTC) durchgesetzt, die in der ersten Runde von der Absage Tayisiya Mordergers profitiert und dann die an sieben gesetzte Alexandra Bezmenov (Blau-Weiss Soest) mit 6:1, 6:2 ausgeschaltet hatte. Yana Morderger hatte im Halbfinale die Nummer zwei der Setzliste, Katharina Gerlach (THC im VfL Bochum), überraschend deutlich mit 6:1, 6:1 bezwungen.


Marvin Netuschil (TC Iserlohn) und Yana Morderger (TC Kamen-Methler) sicherten sich den Titel bei den Herren und Damen

Bei den Herren 30 hatten Marc Senkbeil (TC Parkhaus Wanne-Eickel) und WTV-Verbandstrainer Janosch Blaha (Feldmark Dorsten) im Vorfeld zu den Favoriten auf den Turniersieg gehört und diese Favoritenrolle auch bestätigt: Beide waren ins Endspiel eingezogen, um dort den Nachfolger von Mariusz Zielinski (TC Parkhaus Wanne-Eickel) zu ermitteln, der in diesem Jahr nicht gemeldet hatte. Blaha hatte im Halbfinale beim 6:2, 6:2 gegen den Wittener Sebastian Böhm keine Mühe gehabt, Senkbeil musste dagegen in der Partie gegen den an vier gesetzten Kamener Iwo Rhomberg über die volle Distanz gehen, um ins Finale einzuziehen. Dementsprechend war der Dortmunder etwas müde in die Partie gegangen, Blaha dagegen haderte zum Teil mehr mit sich selbst als mit dem Gegner, gewann dann aber doch recht deutlich mit 6:4, 6:1 und wurde damit zum ersten Mal Westfälischer Meister: Bei den Herren hatte er 2008 schon einmal als Ungesetzter im Finale gestanden und zudem bei den Herren 30 zwei Mal das Endspiel erreicht, 2015 reichte es dann endlich zum Titel - auf den muss Senkbeil weiter warten. Er ist nun schon zum sechsten Mal Vize-Meister, ans Aufgeben denkt er aber lange nicht: "Ich bin ja noch jung und komme wieder."

Bei den Herren 40 waren die vier topgesetzten Spieler in die Vorschlussrunde eingezogen: Dort hatten Henrik Müller-Frerich (Dortmunder TK Rot-Weiß 98) und Timo Jogwer (Ruderverein Rauxel), als Nummer eins und zwei der Setzliste, allerdings leichtes Spiel: Müller-Frerich schlug den Oelder Christian Miele mit 6:2, 6:1, nachdem er die letzten drei Partien gegen ihn verloren hatte, und Jogwer führte mit 6:1, 1:0 gegen Michael Burkhardt (Gelsenkirchener TK), als dieser aufgeben musste. Im Finale standen sich also die beiden topgesetzten Spieler gegenüber, dementsprechend umkämpft waren die Ballwechsel - am Ende war Müller-Frerich der etwas Frsichere und siegte mit 7:6, 7:5.

Gehörig durcheinander gewirbelt wurde das Feld bei den Herren 45: Der topgesetzte Robert Kleffmann vom Dorstener TC musste in Runde eins beim Stand von 3:4 gegen Lokalmatador Karsten Jockendörfer aufgeben, Jockendörfer traf im Halbfinale auf den Dortmunder Axel Wachholz und verlor dort mit 1:6, 1:6. Der an zwei gesetzte Lokalmatador  Stefan Seitz unterlag Marcus Von Bohlen (TC Blau-Weiß Werne) gleich zu Beginn mit 3:6, 3:6, Von Bohlen wiederum musste sich in der Vorschlussrunde dem Dortmunder Thomas Wortelmann mit 1:6, 1:6 geschlagen geben, so dass sich mit Wortelmann und Wachholz am Ende doch noch zwei gesetzte Spieler gegenüber stehen. Die beiden Mannschaftskollegen reisten gemeinsam an, dementsprechend freundschaftlich ging es auch auf dem Platz - am Ende musste es aber doch einen Sieger geben, der heißt in diesem Fall Thomas Wortelmann, der mit 6:4, 6:2 erfolgreich war.

Zu einer Neuauflage des Finales der Westfalenmeisterschaften in der Halle in Werne kam es im Halbfinale bei den Herren 50, in dem sich der topgesetzte Holger Drewes (THC Münster) und Detlef Roth (TuS 59 Hamm) gegenüber standen. Im vergangenen Winter konnte sich Drewes deutlich mit 6:2, 6:1 durchsetzten, diesmal gelang Roth die Revanche: Er siegte mit 6:3, 4:6, 6:4 und bekam es im Finale mit Seriensieger Lutz Rethfeld (ebenfalls THC Münster) zu tun, der in der Vorschlussrunde den ungesetzten Hagener Lars Meierling mit 6:4, 7:5 schlug. Im Winter hatte Roth Rethfeld im Halbfinale knapp im Matchtiebreak in die Schranken weisen können, diesmal hatte der Münsteraner wieder einmal das bessere Ende für sich und gewann die für beide Spieler unheimlich Kräfte zehrende Partie mit 6:4, 7:5.

Bei den Herren 55 waren Hans-Otto Drucks (TC Südpark Bochum) und Dieter Bückmann (TC Nordwalde 1921) als Favoriten ins Turnier gegangen und auch souverän ins Halbfinale eingezogen, dort war aber für beide überraschend Endstation:  Bückmann verlor gegen den an vier gesetzten Klaus Thiele (TC Rot-Weiß Stiepel) mit 0:6, 6:7, Drucks unterlag dem Bochumer Frank Elting, der im Viertelfinale bereits den an drei gesetzten Dieter Heitmann vom TTC Verl mit 6:3, 6:0 ausgeschaltet hatte, mit 7:6, 2:6, 4:6. Das Bochumer Stadt-Duell zwischen Thiele und Elting war dann aber mit 6:2, 6:2 eine deutliche Angelegenheit für Thiele.

Bei den Herren 60 waren die Favoriten im Halbfinale unter sich: Der topgesetzte Jürgen Ackermann (TG Gahmen) hatte in zwei Matches gerade einmal ein Spiel abgegeben und wurde dann beim 6:2, 7:6 gegen den an vier gesetzten Heinz-Walter Freitag (SG Vorhalle 09) zum ersten Mal richtig gefordert. Sein Gegner im Endspiel war der an drei gesetzte Münsteraner Erich Quast, der sich im Halbfinale gegen seinen an zwei gesetzten Mannschaftskollegen Thomas Profazi (TC St. Mauritz) mit 6:2, 4:6, 6:4 durchgesetzt hatte. Im Finale wurde Ackermann aber erneut seiner Favoritenstellung gerecht und ließ seinem Gegenüber Quast beim 6:0, 6:4 nur im zweiten Satz einmal am Satzgewinn schnuppern.

Bei den Herren 65 war der topgesetzte Klaus Schneider (TC Brackwede) standesgemäß ins Finale eingezogen, in der Vorschlussrunde hatte er seinen Mannschaftskollegen Klaus Wehrenberg mit 6:3, 6:0 in die Schranken gewiesen. Mit Michael Reiner hatten insgesamt drei Spieler vom TC Brackwede im Halbfinale gestanden, am Ende hatte es aber nur Schneider ins Finale geschafft, Reiner hatte gegen Helmut Sommerfeld von der TG Gahmen mit 3:6, 2:6 verloren. Sommerfeld hatte zuvor schon den an zwei gesetzten Josef Pelster (TC Havixbeck) aus dem Turnier geworfen und sich da schon als Favoritenschreck erwiesen. Dieser Rolle blieb er auch im Finale treu, als er dem "Dauerläufer" Schneider immer einen Schritt voraus war und am Ende mit 6:0, 7:5 siegte. Seriensieger Schneider zeigte sich danach als fairer Verlierer: "Man kann schließlich nicht immer gewinnen."

Auch bei den Herren 70 standen die ersten vier Spieler der Setzliste ohne Satzverlust in der Vorschlussrunde: Dort kam es zu den Begegnungen Hans-Hermann Leue (TV Espelkamp-Mittwald) und Michael Jahn (ESV Schwarz-Weiß Münster) sowie Ulrich Viefhaus (TC Grün-Weiß Frohlinde) und Rainer Middelhauve (TC Brackwede), in denen sich jeweils die Favoriten durchsetzten. Leue und Middelhauve gewannen jeweils in zwei Sätzen und waren somit auch nach dem Halbfinale ohne Satzverlust. Leue behielt seine "weiße Weste" auch nach dem Endspiel, das er mit 6:1, 6:4 für sich entschied.

Bei den Herren 75, welche die Finalisten in Gruppenspielen ermittelt haben, kam es im Endspiel zu einem vereinsinternen Duell zwischen Rudolf Perplies und Horst Bunge (beide TV Espelkamp-Mittwald), was spannender nicht hätte sein können: Beide Spieler begegneten sich auf Augenhöhe, doch wieder einmal holte sich Perplies durch ein 5:7 6:4 10:6 den Titel.

Die Herren 80 hatten  ebenfalls in zwei Gruppen jeweils den Sieger ermittelt, die im Finale gegeneinander antraten: In den Gruppenspielen konnten sich mit Franz Schlüter vom Herdringer TC und Theo Tappe vom TuS 59 Hamm jeweils die Außenseiter durchsetzen, das Endspiel war dann wiederum eine klare Angelegenheit für Schlüter, der sich mit 6:2, 6:1 durchsetzte.


Die Sieger der Herren und Senioren vor toller Kulisse: (v.l.) Marvin Netuschil (Sieger Herren/TC Iserlohn), Helmut Sommerfeld (Sieger Herren 65/TG Gahmen),  Franz Schlüter (Sieger Herren 80/Herdringer TC), Janosch Blaha (Sieger Herren 30/Feldmark Dorsten), Jürgen Ackermann (Sieger Herren 60/TG Gahmen), Lutz Rethfeld (Sieger Herren 50/THC Münster), Klaus Thiele (Sieger Herren 55/TC Rot-Weiß Stiepel), Hans-Hermann Leue (Sieger Herren 70/TV Espelkamp-Mittwald), Thomas Wortelmann (Sieger Herren 45/Dortmunder TK Rot-Weiß 98), Rudolf Perplies (Sieger Herren 75/TV Espelkamp-Mittwald) und Henrik Müller-Frerich (Sieger Herren 40/Dortmunder TK Rot-Weiß 98)

Seit Langem war auch einmal wieder eine Damen 30-Konkurrenz zustande gekommen. Dort  waren im Finale die beiden Favoritinnen unter sich: Die topgesetzte Martina Kuhlmann (TC Eintracht Dortmund) spielte gegen die an zwei gesetzte Mareike Müller (TC Kamen-Methler). Im Halbfinale zuvor hatte Kuhlmann ihre Mannschaftskollegin Britta Göge mit 6:3, 6:3 bezwungen, Müller hatte gegen Roth mit 6:4 geführt, als diese aufgeben musste. Das Endspiel war ausgeglichen: Nachdem sich Müller den ersten Satz deutlich mit 6:1 geholt hatte, kämpfte sich Kuhlmann zurück und glich durch ein 6:4 aus. Am Ende war Müller dann aber doch die bessere Spielerin, siegte mit 6:1 4:6 6:2 und holte sich ihren zweiten Westfalenmeistertitel bei den Damen 30, in Unna war ihr das schon einmal gelungen.

Natalja Harina-Beckmanns (TC Herford) Triumph bei den Damen 40 war eine Demonstration ihrer Klasse, in drei Spielen gab die Herforderin gerade einmal drei (!) Spiele ab, auch im Endspiel gewährte sie ihrer Gegnerin Dörthe Kim vom TC Rot-Weiß Stiepel beim 6:1, 6:0 gerade einmal einen Spielgewinn. Im Halbfinale hatte Harina-Beckmann die Dortmunderin Katja Lutz mit dem gleichen Ergebnis in die Schranken gewiesen, Kim hingegen hatte gegen die an zwei gesetzte Martina Noldes vom TuS 59 Hamm beim 4:6, 6:3, 6:1 über drei Sätze gehen müssen.

Karin Gaudigs (TC Blau-Weiß Castrop 06) ist immer eine heiße Kandidatin für den Titel bei den Damen 50 und so stand sie auch diesmal im Finale, nachdem sie sich in den Gruppenspielen durchsetzen konnte. Ihre Gegnerin dort war Bettina Arens-Kardell (TC Lössel-Roden), die beim 3:6, 1:6 allerdings nur eine Nebenrolle spielte, die Hauptrolle war wieder einmal mit Gaudigs besetzt, die im Anschluss daran selbst nicht mehr genau wusste, den wievielten Westfalenmeistertitel sie feiern durfte.

Bei den Damen 55 hatten es mit der Marlerin Sabine Block und Dagmar Frank-Schmidt (TC Bochum Süd) zwei ungesetzte Spielerinnen den Sprung ins Halbfinale geschafft, für beide war allerdings dort Endstation: Block musste sich der topgesetzten mehrfachen Westfalenmeisterin Gabi Schneider (Rot-Weiß Stiepel) mit 5:7, 4:6 geschlagen geben und Frank-Schmidt verlor mit 2:6, 0:6 gegen die an zwei gesetzte Uta Kaiser (TC Unna 02 Grün-Weiß). Somit standen sich im Endspiel die Nummer eins und zwei der Setzliste gegenüber, dort spielte allerdings nur eine: Gabi Schneider gewann mit 6:1, 6:2 und darf sich erneut Westfalenmeisterin nennen.

Bei den Damen 60 gibt es dagegen eine Überraschungssiegerin: Die topgesetzte Brigitte Steinhorst (1. TC Wahlbach) hatte bis zum Endspiel das Tempo vorgegeben und bis dato lediglich sechs Spiele abgegben. Ihre Herausforderin im Finale war die ungesetzte Michaela Kämpfer (TC Grün-Weiß Silschede), die im Halbfinale in einem dramatischen Spiel die an zwei gesetzte Ulrike Kunze (TC Halden) mit 7:5, 4:6, 11:9 aus dem Wettbewerb beförderte. Im Endspiel bewies Kämpfer dann erneut Kampfgeist und Nervenstärke, als sie die haushohe Favoritin mit 6:3 0:6 10:8 in die Knie zwingen konnte.


Blumen für die siegreichen Damen und Seniorinnen: (v.l.) Natalja Harina-Beckmann (Siegerin Damen 40/TC Herford), Gabi Schneider (Siegerin Damen 55/TC Rot-Weiß Stiepel), Mareike Müller (Siegerin Damen 30/TC Kamen-Methler), Yana Morderger (Siegerin Damen/TC Kamen-Methler) und Michaela Kämpfer (Siegerin Damen 60/TC Grün-Weiß Silschede)
 

Damen und Herren

Senioren und Seniorinnen




Am Finaltag hat unter der Regie der Tennisschule Waschkowski und WTV-Verbandstrainer Janosch Blaha ein Training mit Kindern aus den umliegenden Vereinen unter dem Titel "Play & Stay" stattgefunden.  Das Bild zeigt die teilnehmenden Kinder im Alter von acht bis zehn Jahren mit den Trainern (v.l.) Isabell Geske, Andreas Kunditsch, Peter Waschnowski und Janosch Blaha

Empfang am ersten Hauptfeldtag

Am ersten Hauptfeldtag fand gleichzeitig der Empfang des 1949 gegründeten gastgebenden Clubs TC Buer Schwarz-Weiß-Grün sowie des Westfälischen Tennis-Verbandes statt, zu dem Hermann Maas, 1. Vorsitzender des TC Buer, sowie WTV-Präsident Robert Hampe 35 geladene Gäste begrüßen durften. Maas verwies darauf, dass der Club in diesem Jahr seinen 66. Geburtstag feiere und gemäß Udo Jürgens eben "lange noch nicht Schluss" sei. Daher habe man sich im vergangenen Jahr um die Westfälischen Tennismeisterschaften beworben - mit Erfolg. Der TC Buer hatte die Kommission durch sein Konzept, aber auch durch seine tolle Anlage mit ihrem Center Court überzeugt, die für die Meisterschaften noch einmal extra schön hergerichtet wurde. Obwohl auf Asche gespielt wird, herrscht ein wenig "Wimbledon-Feeling" rund um das altehrwürdige Clubhaus. Denn es gibt einen Stand mit Erdbeeren, herrlich duftenden Waffeln und Erdbeerbowle. Der ausrichtende Club mit insgesamt 444 Mitgliedern hat an alles gedacht, überlegt aber schon jetzt nach Maas` Aussage, wo es noch Verbesserungsbedarf geben könnte. Denn für den Vorsitzenden steht bereits fest, dass man sich auch für das kommende Jahr für die Verbandsmeisterschaften bewerben möchte.

Bei WTV-Präsident Robert Hampe dürfte er damit sicher auf offene Ohren stoßen: Denn auch Hampe zeigte sich vom Ambiente und der Gastronomie begeistert, verglich das Ganze mit einem Future- oder sogar Challenger-Event und dankte dem gesamten Organisatorenteam für die Ünterstützung. Man habe hier tolle Arbeit geleistet, auch wenn man ein schweres Erbe angetreten habe. Denn nach den vergangenen Auflagen beim TC Unna 02 Grün-Weiß liege die Messlatte sehr hoch. Gleichzeitig freute sich der WTV-Präsdient, dass das Turnier in Gelsenkirchen wieder einen Anlass für die Tennisfamilie biete, um sich vor Ort zu treffen und sich auszutauschen. Stellvertretend begrüßte er das WTV-Ehrenmitglied Gerd Steffen sowie die Trägerin des WTV-Ehrentellers Ingrid Witta-Menke. Lea Scharpmann, Tochter von WTV-Vizepräsident Luth Rethfeld, sorgte für den musikalischen Rahmen, in dem Popklassiker mit dem Saxophon interpretierte. Nach dem Empfang blieb noch ausreichend Zeit, um sich ein paar Matches anzuschauen und sich dabei zu unterhalten.


Freuten sich über einen gelungenen Empfang im Rahmen der 82. Westfälischen Tennismeisterschaften: (v.l.) WTV-Präsident Robert Hampe, Saxophonistin Lea Scharpmann und Hermann Maas, 1. Vorsitzender des gastgebenden Clubs TC Buer Schwarz-Weiß-Grün.

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