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41. Westfälische Hallenmeisterschaften

41. Westfälische Hallenmeisterschaften

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Doppeltes Double in Werne

229 Teilnehmer, 218 Matches, 14 Sieger, acht Tage. Das sind die nackten Zahlen der 41. Westfälischen Hallen-Meisterschaften, die zum 20. Mal in Folge in der SportAlm in Werne ausgetragen wurden. Doch die Geschichten um dieses traditionsreiche Turnier sind viel interessanter als das Zahlenwerk.

Mit Sicherheit hätte die Besetzung in der Damen und Herren-Konkurrenz an der einen oder anderen Stelle des Tableaus hochklassiger sein können, die sportliche Qualität und die Spannung der Matches war dennoch beachtlich.

In der offenen Damen und Herren-Klasse gab es dabei jeweils ein Double zu bejubeln. Zum einen konnte die 15-jährige Deborah Muratovic vom TC Deuten ihren Hallen-Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigen. Außerdem setzte Yan Sabanin vom TC Parkhaus Wanne-Eickel seinen Siegeszug aus dem Sommer nun auch in der Halle fort und marschierte als Top-Gesetzter zum Titel. In diesem Fall scheint sich eine Tradition einzuschleichen. Denn auch Daniel Masur (2014), Marvin Netuschil (2015 und 2016) und Johann Willems (2018) sicherten sich in den vergangenen Jahren jeweils nach dem Titel im Freien auch den Sieg unter dem Hallendach.

Gute Nerven und Physis führen zur Titelverteidigung

Ging im Vorjahr der Titel bei den Damen noch etwas überraschend an Deborah Muratovic, wurde die Nummer 2 der Setzliste in ihren vier Partien jeweils ihrer Favoritenrolle gerecht. Der spielerische Entwicklungsschritt des Talents aus der WTV-Talentschmiede ist unverkennbar. Sie hatte allerdings einige Hürden zu überwinden. In der Neuauflage des Vorjahresfinals ging es im Viertelfinale gegen Manon Kruse hoch her. Drei Matchbälle musste Muratovic beim Stand von 5:6 im 2. Satz abwehren, ehe sie sich im 3. Satz zunächst absetzen und am Ende den Sieg einfahren konnte – 2:6,7:6,6:3. Dass es am Ende bis zum Finalsieg gehen sollte, war da noch nicht abzusehen.

Zu knapp und wechselreich ging es in einem Achterbahn-Halbfinale gegen Teamkollegin Pauline Hirt zur Sache. Die Verbandstrainer, Falko Schüßler und Jürgen Listing, schauten bei ihren beiden Schützlingen aus Kamen natürlich genauer hin. Auf des Messers Schneide kippte das Duell am Ende zugunsten von Muratovic (4:6,6:3,7:5), die an diesem Samstag gut und gerne mehr als fünf Stunden auf dem Court gefordert war.

In das Endspiel hatte sich etwas überraschend die ungesetzte Anna-Elisa Zorn (TuS Ickern) gespielt. Sie profitierte u.a. im Viertelfinale von der verletzungsbedingten Aufgabe der topgesetzten Franziska Kommer (Tennispark Versmold). Im Finale wollte sie mit aggressivem Spiel die Ballwechsel möglichst kurz halten. Bis zum 3. Satz gelang das der Außenseiterin ganz gut. Schüßler und Listing attestierten dem Match eine hohe Qualität. Geplagt von Blasen an der Hand musste Zorn den entscheidenden Durchgang allerdings ohne Spielgewinn abgeben.      

Kaltschnäuzigkeit führt zum Double

Yan Sabanin ist eher ein besonnener Vertreter. Weder die heißen Temperaturen im Sommer noch die wenigen brenzligen Situationen in Werne konnten den Spieler des TC Parkhaus Wanne-Eickel aus der Ruhe bringen. Setzte er sich im Achtelfinale 6:4,6:1 gegen Marc Majdandzic (TC Blau-Weiss Halle) und im Halbfinale 6:3,6:4 gegen Lynn Max Kempen (TC Grün-Weiß Herne) relativ mühelos durch, hatte er im Viertelfinale gegen Fynn Künkler (TC SuS Bielefeld) beim 6:3,4:6,7:6 und im Finale gegen seinen Teamkollegen Marcel Zielinski beim 4:6,6:2,6:3, nach verlorenem ersten Satz, enge Situationen zu überstehen. Ausgerechnet in den letzten beiden Sätzen des Turniers zeigte Sabanin sein bestes Tennis. Mit Kraft und Präzision ließ er dem letztjährigen Gewinner der U18-Junioren am Ende nicht wirklich eine Siegchance.

Diesen Namen müssen wir uns merken

Wem der Name Marc Majdandzic noch nicht geläufig ist, der sollte sich diesen schleunigst merken. Im letzten Jahr noch im U14-Finale unterlegen, durfte der Spieler aus Halle 2019 aufgrund hervorragender Leistungen bei den Herren starten. In Runde 1 setzte er sogleich gegen David-Chaplefeh Forchap (TC Unna 02 GW) ein Ausrufezeichen – 6:1, 6:4. Im Achtelfinale durfte er gegen den späteren Titelträger Sabanin (4:6,1:6) wertvolle Erfahrungen sammeln. Zu den Jugend-Westfalenmeisterschaften vom 17. – 23. November an gleicher Stelle (bei Redaktionsschluss noch nicht beendet) sehen wir ihn in der U18-Konkurrenz wieder.

Eine neue Familiengeschichte

Schon beim TC Buer Schwarz-Weiß-Grün im Juli wurde bei den Westfälischen Meisterschaften Familiengeschichte geschrieben. 31 Jahre nach der Mutter (Sylvia Freye) holte sich Tochter Joelle Steur den Sieg auf Asche. In Werne lagen ganze 22 Jahre Altersunterschied zwischen Daniela und Lisa Löchter vom TC Parkhaus Wanne-Eickel. Das Besondere: Mutter Daniela (Jahrgang 1979, DTB-Rang 259) und Tochter Lisa (Jahrgang 2001, DTB-Rang 301) starteten zusammen in der Damen-Konkurrenz. Die optische Ähnlichkeit ist verblüffend (siehe Foto). Sportlich hatte in diesem Jahr noch die Mama die Nase vorne. Sie spielte sich ins Achtelfinale vor und steht auch in der DTB-Rangliste vor ihrem Sprössling - fragt sich nur, wie lange noch.

Ein ausführlicherer Bericht samt Fotos zu den Senioren-Konkurrenzen folgt in Kürze.

Lisa (links) und Daniela Löchter. © WTV

Die Final-Ergebnisse der Damen im Überblick:

Damen: Deborah Muratovic (2, TC Deuten) – Anna-Elisa Zorn (TuS Ickern) 6:4,6:7,6:0

Damen 40: Nina Roth (1, TuS 59 Hamm) – Maike Sybrecht (2, TC Bockum-Hövel) 6:1,6:0

Damen 50: Gruppensiegerin Natalja Harina-Beckmann (TC Herford)

Damen 60: Gabi Schneider (TC RW Bochum-Werne) – Jutta Brandtmann (TC Herford) 6:3,6:1

Die Final-Ergebnisse der Herren im Überblick:

Herren: Yan Sabanin (1, TC Parkaus Wanne-Eickel) – Marcel Zielinski (TC Parkaus Wanne-Eickel) 4:6,6:2,6:3

Herren 30: Andreas Thivessen (3, TV Espelkamp-Mittwald) – Gunnar Hildebrand (TV Espelkamp-Mittwald) 6:4,3:0 Aufg.

Herren 40: Björn Berg (1, TC GW Paderborn) – Sebastian Groß (3, THC Münster) 6:3,6:4

Herren 45: Andre Kropp (1, TC 22 Rheine) – Nico Landsknecht (DJK VfL Billerbeck) 6:3,3:6,10:7

Herren 50: Horst-Hagen Jelitto (2, THC Münster) – Detlef Roth (1, TuS 59 Hamm) 7:6,6:2

Herren 55: Lutz Rethfeld (2, THC Münster) – Thomas Doritz (1, TuS 59 Hamm) 6:2,6:4

Herren 60: Chris Pickering (2, TTC Verl) – Rainer Hampel (1, TC GW Herne) 6:2,6:3

Herren 65: Heinz-Walter Freitag (2, SG Vorhalle 09) – Erich Quast (3, TC St. Mauritz) 6:0,7:6

Herren 70: Wilfried Siwitza (1, TC Gahmen) – Klaus Schneider (3, TC Brackwede) 7:6,6:2

Herren 75: Harald Koglin (TV Espelkamp-Mittwald) – Ulrich Viefhaus (TC GW Frohlinde) 6:1,6:1

Die Sieger und Zweitplatzierten der Westfälischen Hallenmeisterschaften 2019. © WTV

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