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Louis Weßels: „Ich bin reifer geworden“

Louis Weßels: „Ich bin reifer geworden“

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Nach seinem Finaleinzug beim Tennis Future Hamburg sprachen wir mit dem Louis Weßels vom Zweitligisten Bielefelder TTC aus dem DTB Talent Team über die Woche in der Hansestadt, seinen neuen Alltag als Profi und sein bisher erfolgreichstes Jahr.

Louis Weßels_Tennis Future 2018_Finale
Wenn ein Westfale Hamburg als seine Lieblingsstadt bezeichnet, dann muss es einen guten Grund geben. Bei Louis Weßels liegt dieser auf der Hand. 2016 feierte er beim ATP-Turnier am Rothenbaum seinen bisher größten Erfolg auf Profilevel, erreichte mit einer Wildcard ausgestattet die zweite Runde des Hauptfeldes. In der vergangenen Woche folgte sein zweites Highlight in der Hansestadt – wenngleich auf nicht ganz so großer Bühne wie bei einem 500er-Event. Beim Tennis Future Hamburg presented by Tannenhof, einem ITF-Weltranglistenturnier mit 15.000 Dollar Preisgeld, ausgerichtet vom Deutschen Tennis Bund, stürmte der 2.01-Meter-Schlaks bis ins Endspiel. Erst dort unterlag er dem Türken Altug Celikbilek mit 2:6, 6:2, 4:6.

Drei Titel, ein Finale
Der Aufwärtstrend beim 20-Jährigen aus dem DTB Talent Team, der in der Woche von Hamburg erstmals von dem Niederländer Michiel Schapers betreut wurde und in der Weltrangliste nun auf Position 347 geführt wird, ist deutlich erkennbar. Nachdem er im August in Essen sein erstes ITF-Turnier gewonnen hatte, folgten im September in Schlieren und in Santa Margherita Di Pulia die nächsten beiden Triumphe. Im Anschluss an die Finalteilnahme von Hamburg sprach Weßels über seine jüngsten Erfolge, seine positive Entwicklung und seinen Alltag als Profi. Eine Auswahl der Zitate in der Zusammenfassung:

Louis Weßels über…  

… das Finale beim Tennis Future Hamburg:
„In Hamburg, meiner Lieblingsstadt, fühle ich mich immer wohl. Vor allem seit meiner Teilnahme bei den German Open am Rothenbaum vor zwei Jahren. Die Woche jetzt beim ITF-Event war insgesamt sehr gut für mich – auch wenn es natürlich bitter ist, dass es nicht ganz zum Titel gereicht hat. Nachdem ich den ersten Satz im Finale so schlecht gespielt und glatt verloren habe, konnte ich ihn zum Glück schnell abhaken. Im zweiten Durchgang habe ich wirklich gut gespielt und schnell 5:0 geführt. Im dritten Satz musste ich anfangs leider ein Break hinnehmen, hatte aber trotzdem immer Chancen, das Match noch zu drehen. Am Ende hatte Celikbilek ein bisschen mehr Glück.“

… seine neue mentale Stärke:
„Ich habe ein Jahr lang echt viel gemeckert und gehadert auf dem Platz, aber das hat mir nicht gut getan. Ich bin in den vergangenen Monaten reifer geworden. Meine Fortschritte in diesem Jahr habe ich wahrscheinlich zu 80% im mentalen Bereich gemacht.“ „Auf dem Platz bin ich inzwischen ziemlich ruhig und in mich gekehrt – egal, ob es positiv oder negativ läuft. Ich werde nie einer sein, der über den ganzen Platz schreit oder Schläger wirft. Meistens ist das höchste der Gefühle, wenn ich die Faust balle. Ich bin eben ein ruhiger Geselle.“ „Neben meiner mentalen Stärke hat sich auch mein Spiel verbessert. Ich hatte zwar schon länger das Niveau, um gut mit vielen Gegnern mithalten zu können, aber ich habe es eher im Training und weniger im Match gezeigt. Das hat sich geändert.“

… seinen Alltag als angehender Profi:
„Es hat etwas länger gedauert, bis ich Tennis als meinen Beruf angesehen habe. Eigentlich habe ich das wirklich erst in diesem Jahr realisiert. Aber die letzten Wochen haben gezeigt, dass es dann auf dem Platz gleich besser lief.“ „Am DTB-Bundesstützpunkt in Hannover habe ich meistens um 7:30 oder 9:00 Uhr angefangen, erstmal mit Warm-up und Konditionstraining. Danach wurde zwei Stunden Tennis gespielt. Nach der Mittagspause hatte ich dann nochmal eine zweistündige Tenniseinheit, gefolgt von ein bis zwei Stunden Konditionstraining. Abends hatte ich dann Physiotherapie.“ „Meine Ziele möchte ich mir momentan noch nicht so hoch stecken. Ich versuche, immer das Beste aus mir herauszuholen und wenn möglich will ich bei allen Grand Slams mitspielen.“ „Tennis hat neben meiner Familie oberste Priorität in meinem Leben. Das war schon immer so. Ich ordne dem Tennis gern alles unter – auch wenn ich dadurch natürlich viel weniger Zeit für andere Aktivitäten habe.“

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