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Halle: Deutschlands Topspielerin Andrea Petkovic mit Neustart

Halle: Deutschlands Topspielerin Andrea Petkovic mit Neustart

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Sie ist zweifelsohne eine der renommiertesten Trainingsakademien hierzulande, auch wenn deren Wahrnehmung im Ausland wesentlich größer ist. „Der Tennissport hat international einen höheren Stellenwert als hier bei uns in Deutschland“, so Trainer Jan de Witt von der Haller GERRY WEBER BreakPoint Base. Dies ist sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass bis dato fast nur ausländische Topstars - sieht man einmal von dem deutschen Doppel-Weltklassespieler Christopher Kas ab - im Kader waren. Namen wie die Franzosen Gilles Simon oder Gael Monfils sowie der Finne Jarkko Nieminen sind der personelle Beleg. Doch dies dürfte sich fortan ändern. Nach einem dreiwöchigen Training im Dezember im ostwestfälischen Halle hat sich Andrea Petkovic entschieden mit Jan de Witt als Coach und mit Dennis Beckermann als Konditionstrainer und Physio zu arbeiten.

„Ich habe jemanden gesucht, dem ich zu 100 Prozent vertrauen kann, und der mich neu inspiriert“, sagt Petkovic, die alle Gedanken an ein Karriereende bei Seite geschoben hat und einen Neustart wagt. Der Beginn dieser Zusammenarbeit mit Jan de Witt liegt schon ein paar Monate zurück und begann in einem Autobahn-Rasthof in Kassel. „Wir haben ein paar Stunden miteinander gesprochen. Über alles Mögliche, auch über Tennis. Am Ende war mir klar, wenn ich nochmal richtig angreifen will, dann mit Jan zusammen.“ Und so wird für die deutsche Nummer zwei das Jahr 2016 mit Coach de Witt Anfang Januar mit dem WTA-Turnier in Brisbane und den anschließenden Australian Open beginnen. Große Ziele sind für dieses Duo natürlich neben dem Fed Cup die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro.

Die Zusammenarbeit ist zunächst nur für ein Jahr („mache ich immer nur“, so de Witt) vereinbart und die 28-jährige Deutsche gesteht sich ein, dass sie auch mehr Gelassenheit bekommen muss. Insofern hat sie die Verantwortung für das Training und für ihre Fitness komplett an das Trainerteam abgegeben. „Sie muss in ein emotionales Gleichgewicht kommen“, sagt de Witt und zustimmend meint Petkovic „bei mir geht es auf und ab, emotional wie intellektuell. Das soll anders werden.“ Folgedessen will sie gelassener werden, ihre Negativspirale überwinden und wie es Jan de Witt formuliert: „Es geht darum, das wir ein Spiel spielen. Tennis ist zwar unser Beruf, aber es bleibt ein Spiel. Und ich spiele es mit Spaß gut.“

Neu im GERRY WEBER BreakPoint-Team ist auch Andrey Kuznetsov, der künftig von Burghard Riehemann trainiert und von Physio Norman Büchter betreut wird. Der 24-jährige Russe, der bis dato von seinem Vater betreut wurde, war bereits die Nummer 68 der Welt. „Ich kenne wenige Spieler, die so professionell arbeiten“, sagt Riehemann, „denn ihn muss man nicht animieren.“ Sein Ziel für 2016 ist der Sprung unter die Top 50. Allerdings ist der Russe auch so selbstbewusst, dass er sich einen Platz unter den Top Ten der ATP-Weltrangliste zutraut. Neben Kuznetsov gehören des Weiteren dem internationalen Haller Trainingskader die beiden russischen Nachwuchsleute Aslan Karatsev und Alex Bublik sowie der Franzose Simon Gilles, der Schweizer Marco Chiudinelli und der Italiener Samuele Ramazzotti an.

Die schwarz-rot-goldenen Farben vertreten neben Petkovic noch die Weltranglisten-Vierte im Rollstuhltennis, Sabine Ellerbrock, sowie die 13-jährige talentierte Luisa Meyer auf der Heide. Gelegentlich nutzen auch Halles Bundesligaprofi Jan-Lennard Struff und sein Coach Carsten Arriens die optimalen Trainingsmöglichkeiten in Schatten des Gerry Weber Stadions.

 

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