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40. Westfälische Tennis-Hallenmeisterschaften: Willems verteidigt Titel bei den Herren; Muratovic jüngste Damen-Siegerin aller Zeiten

40. Westfälische Tennis-Hallenmeisterschaften: Willems verteidigt Titel bei den Herren; Muratovic jüngste Damen-Siegerin aller Zeiten

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Siegerehrung der 40. Westfälischen Meisterschaften der Damen/Herren sowie der Seniorinnen und Senioren - bereits zum 19. Mal war der WTV in Werne zu Gast

Vom 29. Oktober bis 11. November wurden in der SportAlm in Werne bereits zum 19. Mal in Folge die Westfälischen Tennis-Hallenmeisterschaften durchgeführt. Der Andrang war groß, denn mehr als 240 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten in diesen 14 Tagen den Weg in die Sechsfeld-Halle gefunden. Zur sportlichen Leistungsschau war von den U12-Jährigen bis zu den 75er Senioren alles vertreten, was in Westfalen Rang und Namen hat. Während vor einer Woche die Juniorinnen und Junioren ihre Titel ausspielten, standen danach in der vergangenen Wochen die Wettbewerbe der Damen und Herren sowie der Seniorinnen und Senioren auf dem Programm. Diese sportliche Großveranstaltung endete am heutigen Sonntag (11. November) und abschließend erfolgte in insgesamt 14 Endspielen die Titelvergabe. Bei den Herren war der für den Tennispark Versmold spielende Vorjahressieger Johann Willems einmal mehr erfolgreich und bei den Damen setzt sich die Erfolgsliste der Juniorinnen bei den Damen fort. Die 16-jährige Linda Puppendahl gewann vor zwei Jahren die Meisterschaft, vor einem Jahr war die 15-jährige Pauline Hirt (TC Deuten) die Siegerin und bei den diesjährigen Titelkämpfen gewann die erst 14-jährige Deborah Muratovic (TC Deuten) die Westfälische Hallen-Meisterschaft.

Die erst 14-jährige Deborah Muratovic (TC Deuten) bezwang im Damen-Finale die 38-jährige Manon Kruse (TC Union Münster) Bild: Christoph Volkmer

„Das habe ich mir nicht vorstellen können“, so die sehr zurückhaltende Juniorin, „denn ich habe auf Grund von Schulterproblemen vorher nicht richtig trainieren können.“ Dass eine derart junge Spielerin überhaupt ins Finale gekommen war, ist schon eine große Überraschung. Das gilt aber auch für ihre finale Kontrahentin Manon Kruse (Union Münster), denn die war erst zu Beginn der Woche von den Senioren-Weltmeisterschaften aus dem amerikanischen Miami nach Deutschland zurückgekehrt. Und das hochdekoriert als dreifache Weltmeisterin. Siegreich mit der deutschen Damen 35-Mannschaft sowie als Einzel- und Mixed-Weltmeisterin. Mit Blumen und Urkunde gratulierte Verbandspräsident Robert Hampe cora publico und freute sich mit ihr: „Der Westfälische Tennis-Verband hat in seiner Geschichte noch nie eine derart erfolgreiche Spielerin gehabt. Ich wünsche Dir auch weiterhin viel Spaß am Tennissport und bleibe bitte gesund, damit du uns noch einige Titel bescheren kannst.“

Der Hinweis von Hampe auf Kruse’s-Gesundheit hatte seinen Grund, denn die 38-Jährige konnte ihr Finale nicht zu Ende spielen. Beim Stande von 6:7(1), 6:3, 1:0 für das bestens auf spielende Nachwuchstalent Muratovic musste sie aufgeben.
Ein sich daran anschließender Krankenhausaufenthalt brachte ihr die Diagnose eines Rippenbruchs ein. Gleichwohl nahm Manon Kruse entsprechend geknickt an der Siegerehrung teil: „Ich muss jetzt erst einmal eine dreiwöchige Tennispause einlegen“, so Kruse und merkte süffisant an, „gespielt habe ich ja in den vergangenen Wochen auch genug.“ Dass die Saison so allmählich dem Ende zugeht, war in Werne festzustellen. So musste zum Beispiel die topgesetzte Katharina Gerlach (Tennispark Versmold) ihre Viertelfinalpartie gegen die spätere Westfalenmeisterin Muratovic auf Grund von Rückenproblemen absagen und die wiederum profitierte anschließend beim Stande von 6:3, 4:4 von der Aufgabe der ein Jahr älteren Anne Elisa Zorn (TuS Ickern), die ebenfalls von Rückenproblemen geplagt wurde. Die an zwei gesetzte Titelverteidigerin, die 16-jährige Pauline Hirt vom TC Deuten, scheiterte im Halbfinale in drei Sätzen an Manon Kruse, die zudem beim Stand von 5:6 im dritten Satz sogar einen Matchball abzuwehren hatte. Bilanziert ist nach den Titelkämpfen festzuhalten, dass innerhalb des Westfälischen Tennis-Verbandes (WTV) die Juniorinnen bei den Damen das sportliche Sagen haben und Robert Hampe merkte in Richtung der frischgebackenen Westfalenmeisterin an: „Du bist die jüngste Titelträgerin aller Zeiten.“

Manon Kruse holte drei Goldmedaillen bei der Young Seniors WM und musste im Finale den Anstrengungen der vergangenen Wochen Tribut zollen Bild: Christoph Volkmer

Bei den Herren dominierte der topgesetzte Johann Willems, der mit dem aktuellen Titelgewinn seine dritte Westfälische Meisterschaft in Folge verbuchen konnte. Es wird aber auch vorerst seine Letzte sein, denn der bis dato für den Ex-Zweitligisten Tennispark Versmold spielende 23-jährige Profi verlässt den ostwestfälischen Club und wechselt ins Badische zum TC Wolfsberg Pforzheim. „Es hat nicht mehr gepasst“, so Willems, der sich zugleich lobend über den WTV geäußert „ich hatte eine tolle Zeit hier und bin mit den Westfalen auch zweimal Deutscher Mannschaftsmeister geworden, die ich nicht vergessen werde“, hat. Problemlos hatte sich der in Leverkusen wohnende Willems, der als Sechsjähriger mit seinen Eltern aus Rumänien gekommene ist, durch die Konkurrenz und seine Kontrahenten hatten gegen seine ungemein schnelle Spielweise keine Chance. So erging es auch im Halbfinale Jannik Rother vom Bielefelder TTC, der sich als Nummer drei der Setzliste mit einer 4:6, 2:6 Niederlage aus den Titelkämpfen verabschieden musste.
 
Die zweite Vorschlussrundenbegegnung wurde auch nicht bis zum Matchball durchgespielt. Alexander Mannapov (Dorstener TC) musste auf Grund von Kreislaufproblemen seine Partie gegen Lynn Max Kempen (TC Parkhaus Wanne-Eickel) beim 2:4-Rückstand aufgeben. Die anschließende finale Herausforderung war für den an zwei gesetzten Kempen dann doch zu groß, der nur zu Beginn des ersten Satzes vage Hoffnungen auf den Titel hatte. Doch ein sehr gut aufschlagender und von der Grundlinie schnell spielender Willems ließ seinem Gegenüber keine Chance und verteidigte mit 6:2, 6:1 seinen Titel. „Besser kann man sich in Westfalen nicht verabschieden“, so ein strahlender erfolgreicher Westfalenmeister, „doch ich bleibe ja mit allen in Kontakt. Ich spiele nur im Verein woanders.“


Johann Willems (Tennispark Versmold) konnte seinen Titel verteidigen und siegte ohne Satzverlust Bild: Christoph Volkmer

Im vergangenen Jahr musste sich Andres Chernin (THC Münster) im Herren 30-Endspiel Lokalmatador Andreas Thivessen denkbar knapp geschlagen geben, unterlag Thivessen in drei Sätzen. In diesem Jahr war Tim Beutler vom TC Iserlohn Chernins Gegner und der hatte den Münsteraner anfänglich gut im Griff und hatte beim Stand von 6:2, 6:5 sogar Matchbälle, doch am Ende konnte Chernin den Spieß noch drehen und siegte mit 2:6, 7:6, 10:7. "Diesmal habe ich besser gespielt als im vergangenen Jahr und konnte das Match in letzter Sekunde noch drehen", zeigte sich Chernin im Anschluss an die Partie super glücklich. Beutler wiederum war natürlich nach der denkbar knappen Niederlage geknickt: "Ich habe Matchball und vergeige dann noch...generell habe ich aber gut gespielt." Chernin hatte im Halbfinale den an zwei gesetzten Patrick Rudzki (Halterner TC) mit 7:5, 6:0 besieht, Beutler hatte Philipp Wagner (TC Halden) mit 6:0, 6:2 geschlagen. Wagner hatte im Viertelfinale den topgesetzten Adam Banaszewski (Gelsenkirchener TK) nach Hause geschickt.
 
Die Herren 40 mussten sich am Finaltag besonders lange gedulden, durften erst als letztes auf den Platz. Mirco Rogowski (TC Buer Schwarz-Weiß-Grün) hatte sich während des Turniers als Favoritenschreck entpuppt, hatte zuerst den an vier gesetzten Michael Thiemann (SV 91 Münster) und dann im Halbfinale den topgesetzten Iwo Rhomberg (TC Eintracht Dortmund) ausgeschaltet. Im Finale war dann aber der an zwei gesetzte Björn Berg (TC Grün-Weiß Paderborn) beim 6:7, 1:6 zu stark. Auf dem Weg zum Titel bei den Herren 40 gab der Paderborner damit nicht einen Satz ab. 

So wie Berg bei den Herren 40 das Feld dominierte, so souverän spielte sich Lokalmatador Jens Stephan Kemke (TC Blau-Weiss Werne) durch das Feld der Herren 45. Im Halbfinale hatte er seinem Gegner Rüdiger Kexel (SG Grün-Weiß Telgte) sogar eine "Brille" verpasst, siegte dort mit 6:0, 6:0. Im Endspiel überließ er seinem Gegenüber Nico Landsknecht (DJK VfL Billerbeck) beim 6:2, 6:2-Erfolg gerade einmal vier Spiele mehr. Dabei hatte Landsknecht zuvor noch den topgesetzten Markus Bargel (TC Kirchhörde) aus dem Turnier genommen.

Horst-Hagen Jelitto (THC Münster) war bei den Herren 50 als ungesetzter Spieler ins Rennen gegangen und rollte dort das Feld von hinten auf. Er besiegte erst den topgesetzten Andre Kropp (TC 22 Rheine), dann den an vier gesetzten Ralph Sonderhüsken vom TuS 59 Hamm und im Endspiel seinen Mannschaftskollegen Lutz Rethfeld mit 6:4, 6:1. Am Ende stand Jelitto ganz oben auf dem Treppchen.   


Bei den Herren 55 standen sich die Nummer eins und zwei der Setzliste im Endspiel gegenüber. Dementsprechend ausgeglichen war die Partie zwischen Torsten Lubeseder (THC Münster) und Peter Keßner (TuS 59 Hamm).  Am Ende behielt der Favorit mit 6:7, 6:1, 13:11 die Oberhand, Lubeseder musste aber im Match Tiebreak sogar Matchbälle abwehren. Keßner hatte sich im Vorfeld der Partie wenig bis gar keine Chancen ausgerechnet, kämpfte aber bis zum Umfallen und hätte Lubeseder mit seinem Kampfgeist fast auch in die Knie gezwungen. Der Münsteraner hatte sich im Halbfinale mit 6:2, 6:0 gegen seine Mannschaftskollegen Arne Plagemann durchgesetzt, Keßner hatte Matthias Middendorf (TC 22 Rheine) mit 6:2, 6:3 besiegt.
 
Auch das Herren 60 Finale wurde im Match Tiebreak entschieden, auch hier siegte am Ende der Favorit, aber der topgesetzte Rainer Hampel (TC Grün-Weiß Herne) musste sich beim 6:4, 3:6, 10:6 gegen den an drei gesetzten Thomas Köhle (Bielefelder TTC) schon arg strecken. Köhle hatte bereits im Halbfinale gegen Chris Pickering (TTC Verl) beim 3:6, 6:4, 10:6-Erfolg über die volle Distanz gehen müssen, während Hampel beim 6:3, 6:2 im Halbfinale gegen den an vier gesetzten Dieter Heitmann (TTC Verl) nicht groß gefordert war.

Heinz-Walter Freitag (SG Vorhalle 09) heißt der neue Westfalenmeister bei den Herren 65. Freitag war als ungesetzer Spieler ins Rennen gegangen und spielte sich ohne Satzverlust zum Titel. Im Finale bezwang er die Nummer eins der Setzliste, Peter Faber (TG Gahmen), mit 7:5, 6:3. "Am Anfang hatte ich schon Sorge, ob ich das heute schaffe, aber dann habe ich mir vorgenommen, ruhiger zu spielen und das hat ganz gut geklappt", so Freitag, der in der Vorschlussrunde kampflos gegen Wilfried Pläsken (TC DJK Sümmern) gewonnen hatte. Faber wiederum hatte WTV-Präsident Robert Hampe (HTC Hamm) mit 7:5, 6:4 besiegt.  

6:3, 6:3 ließt sich eigentlich wie eine deutliche Angelegenheit, aber auf dem Platz war das Herren 70 Finale zwischen  dem an zwei gesetzten Klaus Schneider (TC Brackwede) und Ulrich Viefhaus (TC Grün-Weiß Frohlinde) sehr umkämpft. Am Ende war dann doch der mehrfache Westfalenmeister Schneider erfolgreich, unzufrieden war aber auch Viefhaus nicht: "Im zweiten hatte ich Chancen zum 4:0, habe die aber liegen gelassen. Dennoch habe ich gut gespielt und das ist das Wichtigste." Viefhaus hatte im Halbfinale den topgesetzten Wilfried Kiwall (TG Gahmen) mit 6:1, 6:4 aus dem Rennen genommen, Schneider hatte sich mit 6:1, 6:2 gegen Bernhard Koch (TG Westhofen) durchgesetzt.

Das mit Abstand längste Spiel am Sonntag war das Finale der Herren 75: Der topgesetzte Rudolf Perplies (TV Espelkamp-Mittwald) und der an zwei gesetzte Wolf-Joachim Grüne (Hagener TC Blau-Gold) standen sich ganze zwei Stunden und 41 Minuten gegenüber, um den Westfalenmeister zu ermitteln. Am Ende setzte sich Perplies mit 4:6, 7:6, 10:7 durch. Perplies hatte im Halbfinale Horst Frickenstein (ESV Schwarz-Weiß Münster) mit 6:1, 6:2 geschlagen, Grüne hatte Ernst-August Lindheim (TV Espelkamp-Mittwald) mit 6:4, 6:1 besiegt.


Auch die Damen 40 schenkten sich am Finaltag nichts und so stand die Westfalenmeisterin ebenfalls erst nach dem Match Tiebreak fest. Natalja Harina-Beckmann (TC Herford) war im vergangenen Jahr bei den Damen 50 erfolgreich und war diesmal bei den Damen 40 am Start. Dort ging die Herforderin als Nummer vier der Setzliste ins Rennen, schlug im Halbfinale die an zwei gesetzte Martina Kuhlmann (TC Eintracht Dortmund) mit 6:4, 7:6 und legte dann im Finale ein 4:6, 6:2, 10:8 gegen die topgesetzte Nina Roth (TuS 59 Hamm) nach. Bis zum Endspiel hatte Roth nicht einen Satz abgegeben, hatte in der Vorschlussrunde Maike Sybrecht (TC Bockum-Hövel) mit 6:2, 6:1 geschlagen und legte auch im Finale mit 6:4 vor. Doch dann verließ sie der Mut und sie ließ Harina-Beckmann immer mehr ins Spiel kommen. Am Ende spielte die erfahrene Herforderin ihre gesamte Klasse aus und holte sich nach dem Damen 50 Westfalenmeistertitel im vergangenen Jahr nun den Turniersieg bei den Damen 40.

Bei den Damen 60 hatten die beiden topgesetzten Spielerinnen Jutta Brandtmann (TC Herford) und Klara Brüning (TC Rotthausen) den Sprung ins Finale geschafft. Brandtmann hatte sich in der Vorschlussrunde mit 6:3, 6:4 gegen Uta Kaiser (SSV Mühlhausen-Uelzen) durchgesetzt, Brüning hatte Ursula Althans (TC HW Gladbeck) besiegt, die beim Stand von 0:2 aufgeben musste. Das Endspiel war dann wiederum eine klare Angelegenheit für die Nummer zwei der Setzliste, Klara Brüning, die dort mit 7:5, 6:3 die Oberhand behielt.

Die Damen 65 haben ihre Westfalenmeisterin in Gruppenspielen ermittelt, dort konnte sich Inge Stegnjajic (TC Herford) behaupten. Auf den zweiten Platz kam Jutta Gorski vom TC St. Mauritz.

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