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3. Kamen Open: Dimitar Kuzmanov bezwingt Sekou Bangoura im Endspiel; Marco Neubau/Robert Strombach gewinnen Doppeltitel

3. Kamen Open: Dimitar Kuzmanov bezwingt Sekou Bangoura im Endspiel; Marco Neubau/Robert Strombach gewinnen Doppeltitel

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Nach dem Belgier Christopher Heyman (2016) und dem Russen Alexander Vasilenko (2017) konnte 2018 der Bulgare Dimitar Kumanov den Titel bei den Kamen Open gewinnen Bild: Christopher Volkmer

Der 24-jährige Dimitar Kuzmanov (ATP 329/TC Luitpoldpark München) ist Internationaler NRW-Meister der Herren. Dieser Titel wurde erstmals bei den 3. Kamen Open vergeben und damit wurde das mit 15.000 US-Dollar dotierte ITF-Turnier im Rahmen der GERMAN MASTERS SERIES powered by Wilson im Vergleich zum Vorjahr noch einmal aufgewertet. Der an zwei gesetzte Bulgare setzte sich mit 6:1, 7:5 gegen den an fünf gesetzten, 26-jährigen US-Amerikaner Sekou Bangoura (ATP 405) durch und erhielt für seinen Sieg 18 Punkte für die ATP-Weltrangliste und 2160 US-Dollar Preisgeld Der letzte Bulgare, der dieses Turnier - damals noch die Internationalen Westfälischen Meisterschaften auf der Anlage des Dortmunder TK Rot-Weiß 98 - gewinnen konnte, war übrigens kein Geringerer als Grigor Dimitrov (ATP 6) im Jahr 2010.

Nach dem Sieg beim ITF-Turnier im schleswig-holsteinischen Kaltenkirchen am vergangenen Sonntag ließ Kuzmanov nun den Titel beim ITF-Turnier in Kamen folgen. Der Bulgare ist nunmehr seit zehn Spielen ungeschlagen und hat weder in Kaltenkirchen noch in Kamen einen Satz abgegeben. Sekou Bangoura kam einem Satzgewinn von all seinen zehn Gegnern zumindest am nächsten, auch wenn es anfänglich ganz und gar nicht danach ausgesehen hatte. Denn zu Beginn der Partie spielte nur Kuzmanov und brachte sein Gegenüber mit der Länge seiner Schläge zur Verzweifelung und zwang ihn zu Fehlern und einem riskanten Spiel. Bis zum 5:0 nach gerade einmal 20 Minuten Spielzeit gestattete Kuzmanov Bangoura gerade einmal zwei Punktgewinne und nahm ihm zwei Mal den Aufschlag ab. Der US-Amerikaner wiederum zuckte mit den Schultern und war weiter auf der Suche nach seinem Spiel. Doch urplötzlich schien er es gefunden zu haben. Die anfängliche Nervösität war wie weggeblasen, die Fehlerquote wurde niedriger beim US-Amerikaner - Lohn war der erste Spielgewinn überhaupt - und aus einer einseitigen Partie entwickelte sich zur Freude der rund 250 Zuschauer ein richtiges Match.


Faire Sportsmänner: Die beiden Finalisten Dimitar Kuzmanov (l.) und Sekou Bangoura Bild: Christoph Volkmer

Der zweite Satz war dann auch ein völlig anderer als der erste Durchgang. Gleich das erste Spiel war heiß umkämpft, trotzdem schaffte es der Bulgare, dem US-Amerikaner erneut den Aufschlag abzunehmen. Beim Stand von 2:1 und 0:40 holte sich der US-Amerikaner seine ersten drei Breakbälle überhaupt, doch der Bulgare konnte alle abwehren. Fortan gewann Bangoura seine Aufschlagspiele souverän, während Kuzmanov zu wackeln begann. Auch im achten Spiel hatte der US-Amerikaner wieder Breakchancen, Kuzmanov überließ ihm sein Aufschlagspiel mit einem Doppelfehler zum 4:4. So energisch der Bulgare begonnen hatte, so müde wirkte er zu diesem Zeitpunkt, auch bei der Länge seiner Schläge ließ er deutlich nach. Der US-Amerikaner nutzte dies aus, machte nun selbst unglaublich Druck und ging kurze Zeit später - das erste Mal überhaupt in dieser Partie - in Führung. Das Momentum sprach zu diesem Zeitpunkt eindeutig für den US-Amerikaner, auch wenn Kuzmanov kurze Zeit später zum 5:5 ausgleichen konnte. "Bravo Mita", hallte es aus dem Grund. An der Seitenlinie jubelte eine kleine Gruppe von mitgereisten Bulgaren, Freunde von Kuzmanov aus seiner Heimatstadt Plovdiv. Dies schien den 24-jährigen zu beflügeln und seine Müdigkeit vergessen zu lassen. Plötzlich spielte er wieder deutlich energischer und energiegeladener, hatte kurze Zeit später selbst zwei Breakbälle und konnte den zweiten nutzen. Somit schlug der Bulgare beim Stand von 6:5 zum Match auf und holte sich wenig später seinen ersten Matchball, den der US-Amerikaner mit einem Rückhand-Return-Winner abwehren konnte. Doch bei den nächsten beiden Aufschlägen war Bangoura chancenlos. Um 13.55 Uhr hatte es Dimitar Kuzmanov geschafft, er hatte sich den Satz mit 7:5 und damit auch das Match sowie den Turniersieg geholt. Er reckte seine beiden Arme in die Luft und lief zu seinem kleinen, aber feinen Fanclub herüber, um sich dort die bulgarische Flagge abzuholen. Einen Moment später verbeugte er sich, die Flagge immer noch in den Händen, fast andächtig, in sich ruhend, in Richtung Publikum. 

Kuzmanov ist mittlerweile kein Mann der großen Emotionen mehr, wie er selbst sagt: "Ich habe viel daran gearbeitet, vor einiger Zeit war ich noch sehr ungestüm auf dem Platz." Eine Aussage, die man kaum glauben kann, wenn man den Mann aus Plovdiv die Turnierwoche über verfolgt hat. Seine neue innere Ruhe hat ihm in diesem Jahr auf jeden Fall bereits ITF-Titel Numero vier beschert. Nach der Woche in Kamen geht es für ihn erst erst einmal nach Hause ins bulgarische Plovdiv, um dort weiter an seinem Spiel zu arbeiten - begleiten werden ihn seine bulgarischen Freunde, die ihn auf dem Court 6 des VfL Tennis Kamen zum Sieg getragen haben. Danach wird der Bulgare in den kommenden Wochen sein Glück ausschließlich bei Challengerturnieren versuchen. 


Siegerehrung im Einzel bei den 3. Kamen Open, den Internationalen NRW-Meisterschaften der Herren (v.l.): WTV-Präsident Robert Hampe, Sieger Dimitar Kuzmanov, Dr. Manfred Weber, Präsident des Tennisverbandes Mittelrhein, Kamens Bürgermeister Hermann Hupe, Finalist Sekou Bangoura und Dr. Peter Puth, 1. Vorsitzender des Vfl Kamen Tennis Bild: Christoph Volkmer

Der unterlegene Sekou Bangoura beglückwünschte bei der anschließenden Siegerehrung noch einmal seinem Gegner zu einem tollen Turnier und bedankte sich vor allem bei den Platzpflegern und der Gastronomie für die geleistete Arbeit während der gesamten Turnierwoche: "Ich habe mich hier sehr wohl gefühlt und hoffe, im nächsten Jahr wieder hier sein zu können." In der Tat hatten die Platzpfleger während der 3. Kamen Open besonders viel zu tun: Anfänglich hatte sie mit einem nächtlichen Wasserrohrbruch und dessen Folgen auf dem Center Court zu kämpfen, gegen Ende der Turnierwoche mit den durch die Hitzewelle sehr trockenen und staubigen Plätzen. Auch Verbandspräsident Präsident Robert Hampe sprach, auch im Namen seines Mittelrhein-Verbandskollegen Dr. Manfred Weber, noch einmal den rund 20 freiwilligen Helfern seinen Dank aus und schenkte Ihnen dabei Blumen, Flaschen Sekt und Gutscheine des Variete-Theaters GOP mit den Worten: „Ohne sie wäre so ein Turnier nicht möglich.“


Jubel bei den Doppelsiegern Marco Neubau (l.) und Robert Strombach Bild: Christoph Volkmer

Am Samstag wurde bei den 3. Kamen Open, den Internationalen NRW-Meistersschaften, bereits der erste Titel vergeben, und zwar im Doppel. Marco Neubau (TSC Hansa Dortmund/Spanien) und Robert Strombach (LTTC Rot-Weiß Berlin/Deutschland) haben ihre Wild Card bestmöglich genutzt und sich den Turniersieg gesichert. Der 23-jährige Deutsch-Spanier Neubau und der erst 18-jährige Strombach setzten sich am Samstagnachmittag im Doppel-Endspiel des mit 15.000 US-Dollar dotierten ITF-Turniers mit 6:4, 3:6, 10:5 gegen die favorisierten, an vier gesetzten Tschechen Petr Nouza (TC Blau-Weiß Berlin) und David Skoch (Tennisclub Waldhof e.V. Bottrop) durch. Neubau und Strombach folgen damit auf die beiden Deutschen Peter Torebko und George von Massow, welche die Doppel-Konkurrenz im vergangenen Jahr gewinnen konnten. Im Einzel war für den Regionalligaspieler Neubau bei den 3. Kamen Open bereits in der Qualifikation Schluss gewesen, Strombach hatte sich in Runde eins des Hauptfeldes dem topgesetzten Belgier Christopher Heyman (ATP 290/TC Bredeney) geschlagen geben müssen. Im Doppel lief es für beide deutlich besser.  


Siegerehrung im Doppel bei den 3. Kamen Open, den Internationalen NRW-Meisterschaften der Herren (v.l.) Desireé Leupold (Turnierleitung), die Sieger Marco Neubau und Robert Strombach, WTV-Präsident Robert Hampe sowie die Finalisten David Skoch und Petr Nouza Bild: Christoph Volkmer

Herren Einzel Hauptfeld

Herren Doppel Hauptfeld

ITF-Turnierseite


Kamens Bürgermeister Hermann Hupe verabschiedet - Robert Hampe: "Die Kamen Open wären ohne dich nicht möglich gewesen"

In der Stadt Kamen geht eine politische Ära zu Ende, denn Bürgermeister Hermann Hupe steht für eine weitere Amtszeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung. Seit 2003 war der heute 68-Jährige erster Bürger seiner Stadt und so waren die 3. Kamen Open als Internationale Tennis-Meisterschaften der Herren von Nordrhein-Westfalen auch zugleich sein letztes Turnier in seiner Funktion als Bürgermeister. Da ohne Hermann Hupe dieses internationale ITF-Turnier wahrscheinlich nie zustande gekommen wäre, hat der Westfälische Tennis-Verband (WTV) in Partnerschaft mit dem Sportverband Kamen am sonntäglichen Finaltag zu einem Empfang eingeladen. Dieser diente zugleich auch um Danke zu sagen und den scheidenden Bürgermeister in den Unruhestand zu entlassen. Rund 50 geladene Gäste, darunter einige Kamener Sportvereine, WTV-Präsidiumsmitglieder und Turniersponsoren, waren erschienen und Verbandspräsident Robert Hampe bedankte sich mit Persönlichen Worten bei seinem Freund Hupe: „Lieber Hermann, wir sind hier um dir die Referenz zu erweisen. Seit deinem Amtsantritt kennen wir uns und ich kann nur sagen, du bist ein toller Bürgermeister. Du hast für uns als Tennisverband immer ein offenes Ohr gehabt und uns maßgeblich unterstützt. Als wir mit der Idee zu dir gekommen sind, hier ein internationales Turnier zu veranstalten, warst du Feuer und Flamme. Und maßgeblich dafür verantwortlich, dass wir es heute bereits zum dritten Mal veranstalten können. Dafür darf ich mich im Namen des westfälischen Tennissports bei dir ganz herzlich bedanken.“


Westfalens-Tennispräsident Robert Hampe (rechts) bedankte sich am Finaltag der 3. Kamen Open beim scheidenden Bürgermeister Hermann Hupe mit einer vom renommierten Bildhauer Alfred Gockel geschaffene Tennisspieler-Skulptur. © hofmedia

Die öffentliche Würdigung von Hermann Hupe durch den westfälischen Verbandspräsidenten Hampe war das eine, dass andere war ein passendes Geschenk von Seiten des Westfälischen Tennis-Verbandes. Der renommierte Maler und Bildhauer Alfred Gockel, der sich durch Kunst im öffentlichen Raum wie zum Beispiel durch die >Gelbe Engel-Skulptur< am Kamener Kreuz - zwischen den Autobahnen A1 und A2 - einen Namen geschaffen hat, hat einen knapp 80 Zentimeter großen Tennisspieler auf Stahl angefertigt. Als Zeichen des Dankes überreichte Robert Hampe Herman Hupe diese attraktive Skulptur. Auch Martin Kusber (Vorsitzender Sportverband Kamen) sagte Danke und bezeichnete Hupe als einen Bürgermeister mit viel Sachverstand. „Durch dich ist Kamen zur Sportstadt geworden und die Entwicklung ist als positiv zu bezeichnen. Wie man an der Entwicklung des Tennisturniers sehen kann und ich hoffe, dass Spieler aus Kamen auch einmal in Wimbledon für Furore sorgen können.“

Angesichts der Ansprachen und des Lobes zeigte sich Hermann Hupe sehr gerührt und gab dies auch >das bin ich nicht oft< öffentlich zu. In seinen Worten wies er zum einen daraufhin, dass sich in Kamen der Leistungs- und Breitensport bestens ergänzen: „Das sind zwei Seiten einer Medaille und die motivieren sich gegenseitig.“ Das Kamen in der Sportwelt einen Namen hat, verdankt die Stadt der Tatsache, dass zwei große überregionale Verbände ihren Standort hier haben: „Dafür stehen das Tennisleistungszentrum und der Fußball- und Leichtathletikverband in Kaiserau. Das alles basiert sehr hohem Niveau, was uns dann letztlich auch hervorhebt. Alles zusammen, mit den zwei Verbänden und mit unseren heimischen Sportvereinen, haben wir in unserer sehenswerten und attraktiven Spitzensport.“

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