Verbandstitel gehen an Anna Beßer und Marcel Zielinski

Die Sieger der 87. Westfälischen Meisterschaften stehen fest

Von links: Jan-Henning Janowitz (WTV-Vizepräsident Marketing und Kommunikation), Damen-Siegerin Anna Beßer, Herren-Sieger Marcel Zielinski und Herren-Finalist Lambert Ruland. © WTV

Nach einem Jahr Coronapause konnten die Westfalenmeisterschaften nun endlich wieder stattfinden. Gastgeber war zum ersten Mal der TuS 59 Hamm, der seine rundum modernisierte Anlage zur Verfügung stellte. Trotz der verhältnismäßig kurzen Vorbereitungszeit konnte das Turnier erneut professionell aufgestellt werden und vor allem die Felder der offenen Altersklasse ließen sich sehen. Mit 135 Spielerinnen und Spielern lag die Teilnahmezahl zwar unter dem Wert von 2019, was der Qualität der Spiele allerdings keinen Abbruch tat. Apropos Abbruch: Trotz der nicht gerade sommerlichen Wetterlage an den ersten Turniertagen kam es lediglich zu einer einzigen kurzen Unterbrechung und somit keiner Verzögerung im Turnierplan. Am finalen Wochenende kamen dann doch noch die Sonnenstrahlen hervor und lockten auch zahlreiche Zuschauer auf die Tennisanlage in Hamm. Für diejenigen, die nicht vor Ort sein konnten, gab es zum ersten Mal in der Geschichte der Westfalenmeisterschaften ein kleines Schmankerl: Einige Spiele der Damen- und Herrenkonkurrenz wurden via Stream online live übertragen, was großen Zuspruch fand.

Im Feld der Damen machten vor allem zwei sehr junge Spielerinnen auf sich aufmerksam. Lisann Brinkmann (Tennispark Bielefeld) und Eva Bennemann (TC Deuten), beide erst 13 Jahre alt, gingen ungesetzt ins Turnier und erreichten beide das Halbfinale. Brinkmann gewann ihre Spiele gegen die an sieben gesetzte Hannah Eifert (TC Deuten/DTB 325) und an vier gelistete Daniela Löchter (TC Union Münster/DTB 283) und scheiterte erst an der Nummer eins, Paula Rumpf (TC Union Münster/DTB 85) knapp mit 5:7, 5:7. Ein ähnliches Szenario ereignete sich auch in der unteren Hälfte des Tableaus. Eva Bennemann gewann das Auftaktspiel gegen die Nummer drei des Turniers, Liva Yildiz (TC Grün-Weiß Herne/DTB 244) und warf anschließend auch noch die Nummer sechs Katja Fevralev (Tennispark Bielefeld/DTB 319) aus dem Turnier. Auch Bennemann hatte Chancen auf den Einzug ins Finale, doch die an Position zwei Anna Beßer (TC Deuten/DTB 182) hatte nach drei umkämpften Sätzen die Nase vorn. Das groß erwartete Endspiel zwischen Paula Rumpf und Anna Beßer, die bis 2019 noch für den ausrichtenden Verein TuS 59 Hamm aktiv war und somit praktisch ein Heimspiel hatte, fand allerdings nicht statt, da Paula Rumpf kurzfristig und unerwartet nicht mehr antrat, so dass Beßer, die im Münsterland kürzlich Bezirksmeisterin wurde, kampflos ihren ersten Westfalenmeistertitel erhielt.

Nicht weniger interessant gestaltete sich das Geschehen im Feld der Männer. Letztendlich standen weder die Nummer eins noch die Nummer zwei der Setzliste im Endspiel. Marcel Zielinski (TSC Hansa Dortmund/DTB 75) und Lambert Ruland (TC Blau-Weiß Soest/DTB 227), die an drei und vier gesetzt das Turnier bestritten, machten den Titel unter sich aus unter sich. Spitzenspieler des Herren-Feldes war Yan Sabanin (TC Parkhaus Wanne-Eickel/DTB 42), der als amtierender Westfalenmeister in Hamm aufschlug und auch im Halbfinale gegen Zielinski die Titelverteidigung fest im Visier hatte, doch nach dem Gewinn des ersten Satzes wendete sich das Blatt und von nun an lief alles für den 21-jährigen Zielinski, der mit 6:7, 6:0, 6:2 ins Finale einzog. Ähnlich verlief der Weg von Lambert Ruland in der unteren Hälfte. Nach zwei glatten Siegen entwickelte sich im Semifinale gegen den favorisierten Jordi Walder (TSC Hansa Dortmund/DTB 50) ein wahres Tennisdrama, in dem Walder zwar den besseren Start erwischte, Ruland aber in den entscheidenden Phasen punktete und mit einem denkbar knappen Ergebnis von 3:6, 7:6, 7:6 ebenfalls das Finale erreichte. In einer Partie auf hohem Niveau setzte sich der drei Jahre ältere Zielinski, amtierender Bezirksmeister in Ruhr-Lippe, mit 6:2, 6:3 durch.

Selbstredend gab es auf der Siegerehrung, viele lobende Worte, überwiegend natürlich an die Spielerinnen und Spieler für die vielen sehenswerten und fairen Begegnungen, aber auch für die zahlreichen Helfer, die die Austragung der Westfalenmeisterschaften überhaupt erst möglich gemacht hatten. Lutz Rethfeld, WTV-Vizepräsident Wettkampfsport Erwachsene, bedankte sich insbesondere beim TuS 59 Hamm, der die Anlage zur Verfügung stellte, sowie bei der Turnierleistung rund um Corina Scholten und Désirée Leupold sowie den Oberschiedsrichtern Dietrich Fietkau, Maik Kohl und Erwin Wagner und freute sich bereits auf die Westfalenmeisterschaften im nächsten Jahr.

Die Westfalenmeisterinnen und -meister 2021

Damen:

1. Anna Beßer (TC Deuten)

2. Paula Rumpf (TC Union Münster)

Herren:

1. Marcel Zielinski (TSC Hansa Dortmund)

2. Lambert Ruland (TC Blau-Weiß Soest)

Damen 40:

1. Melanie Mutschall (TC Ludwigstal Hattingen)

2. Mareike Müller (TC Kamen-Methler)

Damen 50:

1. Maike Sybrecht (TC Bockum-Hövel)

2. Ute Wulff (TC Menden)

Damen 65:

1. Gertrud Potocnik-Hoffmann (TC Menden)

2. Jutta Brandtmann (TC Herford)

Herren 40:

1. Björn Berg (TC Grün-Weiß Paderborn)

2. Janosch Blaha (TC Rot-Weiß Stiepel)

Herren 45:

1. Sebastian Groß (THC Münster)

2. Iwo Rhomberg (TC Eintracht Dortmund)

Herren 50:

1. Klaus-Dieter Acker (Oelder TC Blau-Weiß)

2. André Kropp (TC 22 Rheine)

Herren 55:

1. Lutz Rethfeld (THC Münster)

2. Thomas Doritz (TuS 59 Hamm)

Herren 60:

1. Stephan Brauckmann (TC Rot-Weiß Fröndenberg)

2. Udo Farwick (TC Nordwalde 1921)

Herren 65:

1. Dietmar Wilhelms (TC Schwarz-Gelb Hagen)

2. Josef Stork (TV Erwitte 1951)

Herren 70:

1. Antonius Warmeling (TC Schwarz-Gelb Hagen)

2. Wilfried Siwitza (TG Gahmen)

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