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Wolbeck: Wenn der Vater mit dem Sohn Tennis spielt

Wolbeck: Wenn der Vater mit dem Sohn Tennis spielt

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Tolles Wetter,  super Stimmung, zahlreiche Zuschauer, ein spannendes, hochklassiges Finale, beim traditionellen „Treffen der Generationen“ dem Vater-Sohn-Turnier auf der Anlage des TC 66 Wolbeck blieben auch bei der 37. Auflage keinerlei Wünsche offen. Sandor Wulf (10 Jahre) und Erhard Gerwing (77 Jahre) bildeten die altersmäßigen Eckpfeiler des Turniers. Sandor war zum ersten Mal dabei, Erhard zum 27. Mal! Und beide wollen auch im nächsten Jahr unbedingt wieder antreten.

"Wie macht ihr das nur, dass ihr immer so ein herrliches Wetter habt?", hieß die am häufigsten gestellt Frage. Turnierleiter Henning Bösenberg wies darauf hin, dass im Jahre 1993, als ein gewisser Tim Kinateder (seit einigen Jahren Arzt des Deutschen Daviscup-Teams) das Turnier zusammen mit seinem Vater Fritz gewann, es am Samstag wie aus Eimern geregnet hatte. Es wurde in zwei Hallen gespielt und Tim übernahm in der einen die Leitung. Also seit 22 Jahren tolles Wetter. Fazit: Auch der Wettergott muss dieses Turnier lieben!

„Ich habe vor fünf Jahren dieses Turnier im Internet gefunden und Henning angerufen, der uns eingeladen hat. Schon nach der ersten Teilnahme stand für uns fest, dieses Turnier ist etwas ganz Besonderes und es war ab sofort der erste Fixpunkt in unserem Turnierkalender. Es stimmt einfach alles! Dank an Henning, das Team mit Andrea van de Kamp und Hinnerk Clasing, an Maria Erber, die uns wieder mit ihrem Team zwei Tage lang exzellent beköstigt hat. Ihr schafft es eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich jeder wohlfühlen muss. Ich hoffe, wir können noch viele Jahre kommen.“ Marcus Göring (Hessenmeister Ü50) nach dem Sieg mit Sohn Marlon. „Heute wird es die schönste Heimfahrt nach Frankfurt!“

Henning Bösenberg (Mitte) zwischen den Finalisten Marlon (v.l.) und Marcus Göring und Dieter und Carlo Bückmann Foto: Andrea van de Kamp

Nach der verletzungsbedingten Absage der Vorjahresfinalisten Reiner und Tim Dettloff war schnell klar, dass die “großen Drei“ den Turniersieg unter sich ausmachen würden. Dieter und Carlo Bückmann (fünf Siege), Michael und Christopher Koderisch (drei Siege) und Marcus und Marlon Göring (einmal Vierter, zweimal Dritter) Alle drei Paare erreichten ungefährdet die Halbfinals.

Nach dem Sieg gegen die Trostrundensieger von 2014, Josef und Mathias Pelster, erreichten Dieter und Carlo Bückmann ihr neuntes Finale in Folge. Marcus und Marlon Göring spielten gegen Michael und Christopher Koderisch ein perfektes Match, in dem sie nicht die geringste Schwäche zeigten und jeden wichtigen Punkt für sich verbuchten. Sie erreichten erstmals das Finale.

Deutlich enger ging es in der Trostrunde zu. Beide Halbfinals gingen über drei Sätze. Auch das Finale forderte beide Paare über die volle Distanz. Bei ihrer 13. Teilnahme durften Harald und Andre Koch nach ihrem Sieg gegen Günter und Michael Thiemann zum ersten Mal einen Pokal entgegennehmen.

Im Spiel um den dritten Platz setzten sich Michael und Christopher Koderisch gegen Josef und Mathias Pelster in zwei Sätzen durch und konnten sich bei ihrer neunten Teilnahme zum achten Mal auf der Siegerliste verewigen.

Das Finale: Nahtlos knüpften Marcus und Marlon Göring an ihre überragende Leistung im Halbfinale an. Verwundert rieben sich die Zuschauer die Augen, als die Titelverteidiger im ersten Satz mit 1:6 unterlagen. Dann aber die Wende, mehr Druck und weniger Fehler auf Seiten der Bückmanns - ungewohnte Schwächen der Görings. 5:0 Führung Bückmann! Aus der Körpersprache der Görings war ein wenig Resignation zu lesen. Doch sie kamen nun ihrerseits zurück und gewannen drei Spiele in Folge. Den Satzverlust konnten sie zwar nicht verhindern, gingen aber selbstbewusster in den dritten Satz. Dieser gestaltete sich nun völlig ausgeglichen, bis Görings beim Stand von 6:5 und Aufschlag Dieter Bückmann den ersten Matchball hatten. Abgewehrt! Matchball zwei. Abgewehrt! Vorteil Bückmann! Doch Tiebreak? Einstand! Matchball Göring! Mit einem unglaublichen Rückhandschuss gelang es Dieter Bückmann auch den dritten Matchball abzuwehren. Es folgte Nummer vier, den die Görings verwandeln konnten.

Der erste Sieg war geschafft! Kein routinemäßiges Händeschütteln, die Paare umarmten sich freundschaftlich! Man kennt sich, man schätzt und mag sich, halt das Übliche bei diesem außergewöhnlichen Turnier. (Text: Henning Bösenberg)

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