Gästehaus
Verfasst von itm am Uhr
Erfolgreiche WTV-Gästehaus-Bewohnerin Dinah Pfizenmaier
2011 hat sie noch ihr Abitur am Städtischen Gymnasium in Kamen gebaut und die Westfalenmeisterschaften in Lippstadt gewonnen. Von da an ging es stetig bergauf mit Dinah Pfizenmaier (WTA 139, Stand: 11.6. 2012 /THC im VfL Bochum), die seit Beginn an im WTV-Gästehaus lebte und nebenan im Landesleistungs-Zentrum in Kamen trainierte. Erst im Januar hat die 20-Jährige ihre erste eigene Wohnung bezogen, die aber nur wenige Minuten vom WTV entfernt ist. Somit hat sie es nach wie vor nicht weit zum Training.
Nachdem Pfizenmaier schon nach wenigen Monaten auf der WTA-Tour den Sprung unter die ersten 250 in der Welt geschafft hatte, schlug am Mittwoch, 30. Mai, um 11 Uhr ihre ganz große Stunde: Nach drei gewonnen Matches in der Qualifikation und der ersten Runde im Hauptfeld durfte die Oerlinghausenerin bei den French Open auf dem größten Platz gegen die Weißrussin Victoria Asarenka, zu der Zeit die Nummer eins der Welt, antreten. Der Court Philippe Chatrier fasst 14 840 Zuschauer, war aber um diese Uhrzeit noch nicht ganz gefüllt. Beim WTV verfolgten alle gemeinsam Dinahs Match und auch das Kollegium am Städtischen Gymnasium in Kamen fieberte mit ihrer ehemaligen Schülerin mit. Nach 55 Minuten war ihr Auftritt vorbei. Dinah hatte 1:6, 1:6 verloren, dennoch war es der vorläufige Höhepunkt ihrer noch jungen Karriere. Nach Paris steht sie unter den Top 150 und kann fortan immer häufiger an großen Turnieren teilnehmen. In diesem Jahr stehen beispielsweise noch die US Open in New York auf dem Plan.
Davon träumt auch Daniel Masur (ITF 19, Stand: 11.6. 2012 /Mindener TK). Vor vier Jahren hat der WTV entschieden, seine Nachwuchsarbeit am Standort in Kamen zu konzentrieren. Was folgte, war der Neubau eines Gästehauses am Leistungszentrum mit acht Wohn- und Schlafräumen sowie jeweils einem Bad. Zusätzlich hat Architekt Carsten Rulle in dem zweigeschossigen Gebäude eine Hausmeisterwohnung, ein Büroraum für Verwaltungs- und Betreuungsarbeiten, ein Hauswirtschaftsraum sowie ein Aufenthaltsraum für das gemeinschaftliche Beisammensein geplant.
So haben fortan westfälische Talente die Möglichkeit, Leistungstraining und schulische Fortbildung an Ort und Stelle zu praktizieren. Vor etwas mehr als drei Jahren wurde der Ganztagsbetrieb aufgenommen. Daniel Masur, inzwischen Deutschlands bester Junior, ist von Beginn an dabei: „Früher saß ich mehr als drei Stunden im Zug, da habe ich mehr Zeit verbracht, als ich trainieren konnte. Heute trainiere ich im Leistungszentrum in Kamen, gehe dort aufs Gymnasium und will mich in diesem Jahr weltweit unter die Top 10 der Junioren spielen.“ In Paris und Wimbledon war er in dieser Richtung allerdings nicht ganz so erfolgreich unterwegs. Bei den Junioren-Grand-Slams schied er in der ersten Runde aus. Doch die Ziele sind längerfristig gesteckt, Masur, der nächstes Jahr Abi macht, strebt auf jeden Fall später eine Karriere als Profi an. Und da kam ihm das 2009 eröffnete Gästehaus in Kamen gerade recht. Das Gymnasium ist zehn Minuten vom Gästehaus entfernt und für WTV-Vizepräsidentin Jugend Gerti Straub ein wichtiger Faktor: „Zeitersparnis ist im Leistungssport ein grundlegendes Kriterium für den Erfolg. In unserem großen Verbandsgebiet spielt Zentralisierung von Leistungssport und Schule eine entscheidende Rolle. Andere Sportarten haben das bewiesen.“ Neben Daniel Masur (Mindener TK) gehen noch Alexandra Bezmenov (Rot-Weiß Hagen), Katharina Hering (Blau-Weiß Soest), Marleen Tilgner (Rot-Weiß Hagen) und Noel Stassen (Blau-Weiß Lemgo) aus dem westfälischen Leistungszentrum mit Unterkunft im Kamener Gästehaus auf das Gymnasium, so dass der einmal eingeschlagene Weg der zentralisierten Talentförderung nahtlos weitergeführt werden kann.

2009 wurde das WTV-Gästehaus in Kamen offiziell eröffnet von (von links):
Davis Cup-Teamchef Patrik Kühnen, Architekt Karsten Rulle,
Verbandspräsident Robert Hampe, Kamens Bürgermeister
Hans-Hermamm Hupe und Wolfgang Fischer (NRW-Innenministerium).
© Simon Kottmann

Dinah Pfizenmaier, hier mit Verbandstrainer Michael Schmidtmann, hat bis vor
kurzem im WTV-Gästehaus gewohnt, ihren größten Erfolg feierten sie in diesem
Jahr bei den French Open in Paris, wo sie sich fürs Hauptfeld qualifizierte und
die erste Runde im Hauptfeld gewann

Daniel Masur ist derzeit Deutschlands bester Junior, in diesem Jahr möchte er noch
besten zehn Junioren in der Welt kommen







